Kaum eine Serie hat in diesem Jahr einen so großen Hype erlebt wie «Off Campus». Doch während viele Fans über Hannah und Garrett schwärmen, polarisiert im Netz vor allem ein anderes Thema: Hannahs Körper. Und damit wird eine Diskussion eröffnet, von der wir eigentlich gehofft hatten, sie im Jahr 2026 nicht mehr führen zu müssen.
Wer dachte, Body Positivity hätte in den vergangenen Jahren gefruchtet, liegt leider daneben. Eine Zeit lang schien es tatsächlich, als würden wir Körper in all ihren Formen akzeptieren lernen. Kurvige Frauen bekamen mehr Sichtbarkeit, unrealistische Schönheitsideale wurden hinterfragt und das Wort Diversität wurde großgeschrieben. Doch spätestens die aktuellen Diskussionen zeigen: So weit sind wir offenbar noch lange nicht – und das ist ziemlich alarmierend.
«Off Campus»-Hannah sei dick: Das Problem mit falschen Körperidealen
Während die Serie «Off Campus» einen riesigen Erfolg feiert, beschäftigt eine ganz andere Debatte die sozialen Netzwerke: Hauptdarstellerin Ella Bright, 19, die die Musik-Studentin Hannah verkörpert, wird als «dick» bezeichnet. Woran das liegt? Ausschließlich daran, weil sie einen Körper hat, der für die meisten Frauen deutlich realistischer ist als viele der Figuren, die wir sonst auf unseren Bildschirmen sehen. Genau da liegt das Problem. Wo sind wir falsch abgebogen, dass wunderschöne, gesunde Frauen wie Ella Bright, Nicola Coughlan (Penelope bei «Bridgerton») oder Jennifer Lawrence immer wieder als «dick» bezeichnet werden und Ziel von Cybermobbing werden? Das Ausmaß ist viel größer, als viele zu denken wagen.
Wann ist dünn eigentlich dünn genug?
Neben den zahlreichen negativen Stimmen gibt es jedoch auch viele Nutzer:innen, die sich genau über diese Körperbilder in «Off Campus» freuen. Kommentare wie «Ich habe es so geliebt, endlich mal eine Frau mit einer normalen Figur zu sehen» oder «Dank ihr habe ich mich in dieser Serie so wohlgefühlt» sind keine Seltenheit. So schön diese Reaktionen auch sind und so sehr sie zeigen, dass viele Menschen sich nach mehr Vielfalt sehnen, offenbaren sie gleichzeitig ein viel größeres Problem der Filmindustrie.
Es sollte kein besonderes Ereignis sein, eine Frau mit einem normalen Körper auf dem Bildschirm zu sehen. Der Aufschrei sollte ihrem Talent gelten, ihrer Leistung als Schauspielerin oder ihrer Rolle als starke Frauenfigur und nicht der Tatsache, dass ihre Figur die Normen der TV-Welt durchbricht. Solange Zuschauer:innen sich dafür bedanken, endlich einmal jemanden zu sehen, der ihrem eigenen Körper ähnelt, haben wir in puncto Repräsentation noch einen langen Weg vor uns.
Skinnytok ist gefährlicher denn je
Besonders problematisch ist dabei der Einfluss sozialer Medien. Trends wie «SkinnyTok» erreichen Millionen von Menschen und vermitteln oft unterschwellig die Botschaft, dass sehr dünn sein nicht nur erstrebenswert, sondern die Voraussetzung für Schönheit sei. Das ist alarmierend, denn wenn auf Bildschirmen, in Kampagnen und in den sozialen Medien überwiegend sehr schlanke Körper gezeigt werden, verschiebt sich unsere Wahrnehmung dessen, was eigentlich normal ist. Die Folgen sehen wir perfekt am Beispiel von «Off Campus». Frauen mit Kurven, einer größeren Oberweite oder einem etwas rundlicheren Gesicht werden plötzlich als «dick» abgestempelt. Genau deshalb brauchen wir mehr Körperdiversität im Fernsehen – und zwar nicht nur als Nebenfigur oder stereotype beste Freundin, sondern als selbstverständlichen Teil von Hauptrollen, Liebesgeschichten und Erfolgsgeschichten. Besonders wichtig: Körperformen sind nicht in oder out!
Quelle: Mode


