Red Flags: Sätze, an denen du eine miserable Reisebegleitung erkennst

Gemeinsam zu reisen, hat Vorteile – allerdings nur mit der passenden Begleitung. Woran du erkennst, dass du deinen nächsten Urlaub besser mit einer anderen Person planen kannst. Oder allein.

Ich verbringe meinen Urlaub gerne allein, doch auf einer meiner unvergesslichsten, schönsten Reisen hatte ich eine Begleitung: An meinem dritten oder vierten Tag in Samoa habe ich dort zufällig Matthias getroffen, einen Österreicher, der genau wie ich solo unterwegs war. Wir kamen ins Gespräch und verabredeten uns für den nächsten Tag zu einer gemeinsamen Wanderung. Daraus wurden drei Wochen, in denen wir beide Hauptinseln des polynesischen Staates zusammen bereisten. 

Matthias hat jeden Tag dieser Reise besser gemacht und bereichert: Rein praktisch habe ich jede Menge Geld gespart dadurch, dass ich mir die Unterkünfte mit ihm teilen konnte. Mit ihm habe ich mich sicherer gefühlt, musste nicht ständig selbst an alles denken und auf mich und meine Sachen aufpassen. Ich konnte mit ihm schöne Momente teilen, mich zusammen mit ihm freuen und begeistern. Eine Begleitung wie Matthias würde ich jederzeit mit in meinen Urlaub nehmen – wir beide haben einfach super miteinander harmoniert. 

Woran aber erkennt man eigentlich einen Matthias? Ein Merkmal wäre, dass ihm folgende Sätze nie über die Lippen kämen.

5 Sätze, die ich von meiner Reisebegleitung niemals hören möchte

«Ich muss nur noch schnell duschen, in einer Stunde bin ich so weit.»

Jeder Mensch braucht so lange im Bad, wie er eben braucht. Der eine sitzt 20 Minuten mit Handy auf der Toilette, ein anderer föhnt sich eine halbe Stunde die Haare. Im Hinblick auf Badroutinen gibt es kein Richtig und kein Falsch, kein Gut und kein Schlecht – sie sind, wie sie sind. Wenn ich mir allerdings Dusche, WC und Co. mit einer anderen Person teile, spielt es eine Rolle, wie viel Zeit sie mit diesen Errungenschaften unserer Zivilisation verbringt: Denn was ist unangenehmer, als mit voller Blase oder entleerungsbereitem Darm vor einer zugesperrten Tür warten zu müssen?

«Ich möchte auf keinen Fall an der Bar sitzen.»

Genauso unumstößlich wie die elliptischen Bahnen unserer Planeten ist folgende fundamentale Gesetzmäßigkeit unseres Universums: An der Bar kommt man am ehesten mit fremden Menschen ins Gespräch. Das wiederum gehört für mich zu einem Urlaub dazu. Wenn ich reise, möchte ich einen Eindruck davon gewinnen, wie Leute jenseits meiner geografischen Alltagsblase die Welt erleben und sehen. Ich möchte nicht mit meiner Reisebegleitung abgeschottet an einem Zweiertisch sitzen und meine Umgebung ignorieren. 

«Ich habe den perfekten Tag für uns geplant.»

Einer der heilendsten, regenerativsten Aspekte von Urlaub besteht darin, dass wir völlig frei über unsere Zeit verfügen können. Wir müssen nicht von acht bis 17 Uhr arbeiten, um 12 Uhr Mittagspause machen und jedes Vorhaben auf eine Uhrzeit planen. So können wir uns im Urlaub spüren, können unseren Rhythmus, unsere Interessen und Bedürfnisse ausleben, wie sie sich einstellen. In der Regel heißt das allerdings: Wir können nicht einen ganzen Tag mit einer anderen Person verbringen, schon gar nicht, wenn sie uns von Anfang bis Ende vorgibt, wie. 

«Ich will schnell ein Selfie machen, kannst du mich dann bitte einmal von hinten fotografieren?»

Wenn jemand daran denkt, hin und wieder ein Erinnerungsfoto zu machen, verdient diese Person mindestens ein Dankeschön. Fotobesessene hingegen – insbesondere mit sich selbst als Motiv – können für meine Nerven zur Zerreißprobe werden. Auf einer Reise geht es mir darum, etwas zu erleben. Viele Eindrücke gewinne ich dabei zum ersten Mal, daher bleibt ohnehin eine Menge in meinem Gedächtnis. Wer jeden besonderen Moment damit unterbricht, sich selbst auf einem Digitalbild zu verewigen – vielleicht sogar mit dem Gedanken, es später herumzeigen zu können –, hat in meinem Urlaub definitiv keinen Platz.

«Das muss man aber gesehen haben, wenn man hier ist.»

Ein unvergesslicher, einzigartiger Urlaub entsteht meist dadurch, dass wir uns auf sich bietende Gelegenheiten einlassen und uns flexibel auf Stimmung, Moment und Unvorhersehbares einstellen. Wenn die Schlange vor dem Eiffelturm zu lang ist, die Brooklyn Bridge zu voll oder das Mittelmeer für die Bootstour zu unruhig, schlendern wir eben stattdessen durch irgendwelche Seitenstraßen und entdecken einen zauberhaften, wildwachsenden Garten, von dem wir nicht wussten, dass er existiert. Kaum ein Hypespot ist es wert, dass wir dafür Stunden und Nerven opfern oder uns Situationen wie Menschenmassen aussetzen, in denen wir uns unwohl fühlen. Im Urlaub muss ich gar nichts und am allerwenigsten das sehen oder tun, was alle anderen sehen und tun.

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