Musiker Bill Kaulitz: "Wir sollten alle mutiger sein"

Auch mit unseren Haaren, findet Musiker Bill Kaulitz – er geht mit bestem Beispiel voran.

Bill Kaulitz ist aus seiner Wahlheimat Los Angeles eingeflogen und kommt gut gelaunt in die Berliner Location, wo Syoss seine «Glaze»-Serie vorstellt – der Sänger ist das Testimonial der Kampagne. Er umarmt erst einmal innig, lacht viel, redet noch mehr und trinkt Champagner.
 

BRIGITTE: Herr Kaulitz, Sie haben ständig die Haare anders. Wie pflegen Sie sie?

Bill Kaulitz: Ich nehme mir viel Zeit dafür – morgens putze ich meine Zähne unter der Dusche, damit die Haarmaske länger einwirken kann. Und die «Glaze»-Produkte von Syoss machen einen geilen Glanz. Danach lasse ich lufttrocknen.

Schwarz, Grün, Blond … Womit fühlen Sie sich am meisten wie Sie selbst?

Ich habe nicht dieses eine Bild von mir im Kopf, dieses: Das bin ich! Ich fühle mich ständig anders und liebe es, mich zu verändern. Manchmal läuten neue Looks sogar neue Lebensabschnitte ein. Als ich mich damals von meinem Freund getrennt habe, habe ich meine Haare abrasiert und pink gefärbt. Äußere Veränderungen können innere Prozesse anstoßen. Wir sollten alle mutiger sein, Haare wachsen nach – ich bin keiner, der beim Friseur weint.

Sind in Ihrer Familie alle so experimentierfreudig?

Nein, mein Bruder Tom zum Beispiel, der verändert sich gar nicht. Heidi (Klum) und ich färben ihm manchmal aus Spaß die Haare. Auf St. Barth haben wir ihm gerade blonde Strähnchen gemacht. Er sagt jetzt immer allen, dass er surfen war, dabei kann er gar nicht surfen.

Sind Haare für Sie politisch?

Auch als Mann sollte man seine Vielfalt zeigen, mal unkonventionell sein – lange Haare, bunt, lockig, glatt. Das ist ein Statement von Freiheit. Es gibt diese Stereotype nicht mehr, dass ein Mann kurze Haare haben muss. Ich habe immer Spaß an Styling gehabt. Als kleiner Junge hatte ich eine Haarschneide-Barbie, der habe ich Extensions reingeklebt, und mit acht oder neun habe ich das erste Mal meine Haare gefärbt. Zum Glück habe ich eine Mama, die mich alles hat probieren lassen.

Ende des Jahres werden wir Sie als «Wetten, dass ..?»-Moderator sehen. Schon Ideen für den Look?

Ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht. Ich bin ein totaler Bauchmensch und entscheide spontan. In der Show kann alles passieren – auch optisch. Gerade gucke ich alte Sendungen, da war eine Wette von Mädchen dabei, die haben Kaugummi gekaut, dann alles per Hand zusammengepfropft und das als Springseil benutzt. Das war selbst mir zu wild. Wir wollen einfach Spaß auf der Bühne haben, wie bei unserem Podcast. Wir gehen da ganz frei ran.

Stimmt mein Eindruck, dass Sie durch Ihren Podcast «Kaulitz Hills» viel offener geworden sind.

Total! Als wir 2021 anfingen, dachte ich noch: Wer will das hören? Aber dann ist schnell eine Riesenliebe entstanden, weil ich gemerkt habe, wie es ist, ein eigenes Sprachrohr zu haben. Eben keinen Redakteur, der dazwischen sitzt und Sätze umformuliert. Darum bin ich im Laufe der Zeit mutiger geworden, von Staffel eins bis fünf war das eine krasse Entwicklung. Tom und ich machen alles allein, sogar das Schneiden. Unser Podcast ist ziemlich intim, wir verraten auch Geheimnisse.

Apropos: Verraten Sie uns einen geheimen Bill-L.A.-Schönheitstipp?

Eisbaden! Erst kriegt man Panik, weil es so kalt ist. Dann kommt der Sofort-Effekt, die Haut sieht straffer und frischer aus. Außerdem bin ich ein Riesenfan von LED-Masken ohne Kabel – mit meiner gehe ich sogar oft ans Set.

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