Das Thema Familie geht den meisten Menschen unweigerlich nahe. In unserer Galerie stellen wir die schönsten Familienromane der letzten Jahre vor.
Liebe, Vertrautheit, Zusammenhalt, Loyalität und Unterstützung. Enttäuschung, Verlust, Machtmissbrauch, Streit und Schmerz. Familiendynamiken können die gesamte Palette menschlicher Emotionen aktivieren und meist tun sie das in einer Intensität, die wir in kaum einer anderen Beziehungskonstellation zu spüren bekommen.
Kein Wunder, dass sich seit jeher zahlreiche Autorinnen und Autoren mit dem Thema beschäftigen – und dass uns Familienromane immer wieder berühren. Geschichten über Familien wird es niemals zu viele geben.
Familienromane tragen zu unserem Selbstverständnis bei
Abgesehen davon, dass Erzählungen über Familienschicksale vielfältige und starke Gefühle in uns wecken können, bieten sie in der Regel jede Menge Potenzial zu Identifikation und Selbsterkenntnis: Fast alle Menschen haben eine Familie. Ob blutsverwandt oder nicht, ob eng verbunden, distanziert oder völlig unbekannt, niemand wächst völlig ohne Wurzeln in diese Welt.
Dabei erleben wir diese Wurzeln und alles, was sie uns bedeuten, in der Realität stets aus unserer eigenen, eingeschränkten Ich-Perspektive: Unsere Eltern lernen wir erst kennen, nachdem sie bereits ein halbes Leben ohne uns hinter sich gebracht haben. Unsere Geschwister erscheinen uns primär in der Rolle, die sie in ihrer Beziehung zu uns spielen: Die große Schwester, der kleine Bruder. Dabei übersehen wir, wie sie sich als Individuum in der Welt einordnen. Ob es ihnen leicht fällt, sie selbst zu sein, oder schwer. Ob sie genauso viel an uns denken wie wir an sie oder weniger – oder mehr.
Meist bauchen wir Jahrzehnte der bewussten Auseinandersetzung, um zu verstehen, wie uns unsere Familie prägt und beeinflusst.
Lesen wir wiederum einen Roman wie «Die Taufe» von Ann Patchett («Commonwealth»), kann das in uns ein Verständnis für die unterschiedlichen Perspektiven in unserer Familie fördern. Wir können Parallelen ziehen zwischen den Charakteren, über die wir lesen, und den Menschen, die die entsprechenden Rollen in unserem Leben besetzen. So sind Familienromane nicht nur beeindruckend und emotional, sondern meist auch noch erkenntnisbringend.
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