Sommermode leicht gemacht: Zwei Hausmittel, die deine Kleidung wieder frisch riechen lassen

Während der warmen Sommermonate zeigt sich, welche Kleidungsstücke mehr können als nur gut auszusehen. Eine Textil-Aufklärerin erklärt, warum wir in manchen Shirts superviel schwitzen, welche Materialien Hitze regulieren und wie du Schweißgerüche langfristig vermeidest.

Die richtigen Sommerteile zu finden, kann eine wahre Herausforderung sein. Leichte Stoffe werden häufig als sommertauglich verkauft – in der Praxis kleben sie aber schnell auf der Haut oder nehmen den Schweißgeruch stark an. Andere Teile wirken von ihrer Materialzusammensetzung her zunächst vielversprechend, stellen sich dann aber als ungewöhnlich anfällig für Schweißflecken heraus. Um für die hohen Temperaturen perfekt gewappnet zu sein, erklärt Content Creatorin für TextilqualitätAnna Specht, worauf es bei der Wahl von sommertauglichen Materialien wirklich ankommt. Außerdem verrät sie, was jede Frau bei der nächsten Shoppingtour unbedingt beachten muss!

Drei Faktoren, die uns schwitzen lassen 

Laut Anna Specht gibt es in der Regel drei zentrale Aspekte, die das Schwitzen in T-Shirts beeinflussen: Material, Webart und Schnitt. Auch wenn die Wahl des richtigen Materials häufig als ausschlaggebend gilt, sind ebenso Webart und Schnitt entscheidend. Denn sie haben Einfluss auf die Luftzirkulation. Ist ein T-Shirt weit geschnitten oder lockerer gewebt, kann die Luft zwischen Stoff und Haut besser zirkulieren. Das bedeutet, dass warme, feuchte Luft schneller abtransportiert und frische Luft leichter nachströmen kann, wodurch sich weniger Hitze anstaut und man weniger schwitzt. 

Die Textilinfluencerin Anna Rani Specht. 
Die Textilinfluencerin Anna Rani Specht.
© privat

Nicht jede Sommerkleidung ist sommertauglich 

Häufig gehen wir davon aus, dass vor allem leichte Kleidung für den Sommer vorteilhaft ist. Unsere Textil-Aufklärerin verrät allerdings, dass leichtnicht immer gleich kühl bedeutet: Viele Materialien wie die meisten Chiffonstoffe bestehen aus 100 Prozent Polyester. Diese «wirken ganz leicht oder sehen auch leicht aus. Das heißt aber nicht, dass die Luftzirkulation dann gut ist oder Feuchtigkeit gut entweichen kann.», so Specht. Auch Satinstoffe aus 100 Prozent Kunstfasern, die als sehr glatt und damit kühl gelten, sind in der Praxis nicht sommertauglich. Da Satin «ein sehr dicht gewebter Stoff aus synthetischen Fasern“ ist und die Luft darunter nicht gut zirkulieren kann. 

Materialien im Überblick 

Natürlich hat auch die Materialwahl einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Sommertauglichkeit eines Kleidungsstücks. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen natürlichen Fasern (wie z.B. Baumwolle) und synthetischen Fasern (wie z.B. Polyester oder Elastan). Der Profi erklärt, «dass natürliche Fasern auf natürlichen Rohstoffen basieren und synthetische Fasern künstlich hergestellt sind.“ Beide Faserarten bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Während natürliche Fasern häufig über eine gute Feuchtigkeitsregulation verfügen, sind synthetische Fasern für ihre Elastizität und Knitterbeständigkeit bekannt. Ebenso gibt es auch noch halbsynthetische Fasern (wie z.B. Viskose oder Lyocell), die «ursprünglich auch auf natürlichen Rohstoffen basieren“. Jedoch sind «die chemischen Prozesse so aufwendig, dass sie am Ende als halbsynthetische Fasern deklariert werden.“

Häufig werden verschiedene Faserarten auch gemischt (wie bei Businesshosen mit einem kleinen Polyesteranteil für weniger Knitterfalten), um mehrere positive Eigenschaften für das Material zu kombinieren oder um Kosten einzusparen. Stimmt das Mischverhältnis jedoch nicht, können die positiven Eigenschaften verloren gehen. Deshalb ist es wichtig, beim Shoppen genau hinzuschauen, ob die Materialkombinationen einen funktionalen Mehrwert bieten.

Warum riechen T-Shirts streng? 

Natürliche Fasern wie Baumwolle nehmen viel Feuchtigkeit auf, was häufig zu sichtbaren Schweißflecken führt. Dank ihres guten Feuchtigkeitsmanagements geben sie Gerüche aber auch wieder leicht ab. Synthetische Fasern hingegen speichernGerüche stärker – auch nach dem Waschen. Gleichzeitig nehmen sie Feuchtigkeit deutlich schwerer auf als natürliche Fasern. Der Schweiß kann daher nicht optimal vom Körper wegtransportiert werden, sondern sammelt sich unter der Haut, wodurch häufig zusätzlich noch ein klebriges Tragegefühl entsteht. Das erklärt, warum manche Kleidungsstücke trotz des Waschens nie ganz frisch wirken und weshalb sich scheinbar ähnliche Teile am Körper so unterschiedlich verhalten können. 

Um die Gerüche schnell wieder loszuwerden, hat Textil-Aufklärerin Anna zwei einfache Tricks: «Wenn es sich um kurzfristige Gerüche handelt und es nur ein leichter Schweißgeruch ist, kann man mit Wodka nachhelfen.» Dafür einfach die betroffene Stelle mit einer Sprühflasche einsprühen. Besonders gut eignet sich das für Kleidung, die nicht so oft gewaschen werden sollte, etwa bei Wollblazern. «Was längerfristig hilft, gerade auch bei Sportkleidung, die noch riecht, obwohl sie schon gewaschen wurde, ist, das Teil in eine Essig-Wasser-Mischung einzulegen. Am besten für eine Stunde im Verhältnis vier zu eins und es anschließend normal zu waschen.»

Diese Stoffe sind Sommer-Helfer 

Wer die Vorteile verschiedener Stoffe kennt, muss also nicht mehr auf die passende Sommermode verzichten, sondern kann seine Teile gezielt auswählen: Anna empfiehlt für heiße Tage hochwertige Leinenstoffe, da diese «sehr atmungsaktiv sind und trotzdem relativ schnell trocknen“. Ähnliche Vorteile sieht sie auch in Lyocell. Auch locker gewebte Baumwollstoffe eignen sich. Da diese aber «Feuchtigkeit stark aufsaugt und lange speichert“, können dabei schnell sichtbare Schweißflecken entstehen.

Natürlich muss man Kunstfaser im Sommer nicht ganz aus dem Kleiderschrank verbannen. Bei eng anliegenden Kleidungsstücken kann ein gewisser Anteil sogar sinnvoll sein, um den Stoff dehnbarer zu machen. Außerdem verrät Anna, dass es auch bei UV-Schutzkleidung sinnvoll ist, synthetischen Fasern den Vorzug zu geben. 

Tipps für die nächste Shoppingtour

Um sich vor dem nächsten Sommerfehlkauf zu bewahren, empfiehlt Anna Specht immer, die Verarbeitung zu prüfen und einen Blick ins Etikett zu werfen. Hat das Kleidungsstück einen hohen Synthetikanteil, sollte man überlegen, ob das einen funktionalen Zweck erfüllt – etwa mehr Elastizität, schnellere Trocknung oder weniger Knitterfalten. Bestenfalls sollten mindestens 80 Prozent des Stoffs aus natürlichen oder halbsynthetischen Fasern bestehen, um die Atmungsaktivität zu erhalten. Mit Stoffen aus Leinen, Lyocell oder auch Baumwolle liegt man bei warmem Wetter oft richtig. Für die Sommertauglichkeit ist es am Ende nicht entscheidend, wie luftig ein Kleidungsstück ist, sondern ob Material, Passform und Webart gut mit der Hitze umgehen können. Wer bei seinem nächsten Einkauf also genau hinschaut, spart sich womöglich Schweißflecken und ein unangenehmes Hitzegefühl und findet Kleidungsstücke, die sich gerade im Sommer wirklich gut tragen lassen.

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