Wie wir miteinander kommunizieren, kann manchmal viel über uns verraten. Begegnen uns diese oder ähnliche Aussagen häufiger in einer persönlichen Beziehung, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass unausgesprochene Konflikte zwischen uns stehen.
Kommunikation und ihre Bedeutung für unseren Alltag haben sich im Laufe des vergangenen halben Jahrhunderts drastisch geändert. Hat sozialer Austausch für unsere Großeltern in ihrer Jugend noch aus Gesprächen, traditionellen Medien und gelegentlichen Briefwechseln oder Telefonaten bestanden, bewegen wir uns heute zwischen Chats, E-Mails, Sprachnachrichten, Video-Calls, sozialen Medien, sich eilig wandelnden traditionellen Medien und den gelegentlichen klassischen Gesprächen, Face-to-Face und ohne Kamera.
Dass wir diese Entwicklung problemlos mitmachen, uns immer neue Regeln und Formen aneignen, ohne ständig Weiterbildungen zu benötigen, spricht dafür, dass wir als Menschen über ein bemerkenswertes Kommunikationstalent und -bedürfnis zu verfügen scheinen und in der Lage sind, zu lernen, was nötig ist, um uns auszutauschen, Beziehungen zu pflegen und Teil eines Sozialgefüges zu sein.
Kommunikation als Gegenstand: Wir können sie bewusst gestalten und aus ihr lernen
Ungeachtet dieser menschlichen Fähigkeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Sichtweise durchgesetzt, dass es gelungenere und weniger gelungene Kommunikation gibt. So erzeugt zum Beispiel ein unpersönlicher Ausdruck wie «man» tendenziell Distanz und Objektivität und sei deshalb, sagen Expertinnen, eher ungeeignet, um andere Menschen an den eigenen Gefühlen und Gedanken teilhaben zu lassen, um Nähe zu kultivieren.
Einige Therapie- und Coaching-Formate drehen sich deshalb darum, Interessierten beizubringen, bewusster zu kommunizieren, und das ist sicherlich ein erfolgsversprechendes Konzept: Schließlich ist Kommunikation ein Mittel, mit dem wir unsere Beziehungen gestalten können, und es zu beherrschen gibt uns Handhabe und Spielraum. Auf der anderen Seite kann in dem, was wir sagen, ohne lange daran zu feilen, eine große Aussagekraft stecken. Intuitiv geäußerte Sätze können uns zum Teil mehr über uns, unsere Beziehungen und Ansichten verraten als einstudierte Formulierungen.
Insofern schadet es zwar nicht, unsere grundlegende Kommunikationsfähigkeit weiterzuentwickeln und zu trainieren – doch es hat auch etwas für sich, manchmal erst zu sprechen und danach zu denken. Entschuldigen können wir uns hinterher schließlich immer noch.
In der Galerie haben wir Sätze gesammelt, die sich in dieser oder ähnlicher Weise vor allem in Beziehungen häufen, in denen es an Nähe, Bindung und Zusammenhalt fehlt.
Quelle: .



