Plötzlich trennen sich alle! : Ist das ansteckend?!

Zuerst Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer, dann die Carpendales und mittlerweile geht es in Sachen Promitrennungen wirklich Schlag auf Schlag: Allein diese Woche gaben Sarah Connor, Elyas M’Barek und ARD-Wetterfee Claudia Kleinert ihr Ehe-Aus bekannt! Berechtigte Frage: Ist das ansteckend?! 

Trennungen sind schon unangenehm genug. Doppelt unangenehm wird’s, wenn man dem gesamten Familienkreis, Freundinnen und Kolleg:innen beichten muss, dass es (mal wieder) nicht für immer gehalten hat. 

Hand aufs Herz: Ich habe selbst schon hoffnungslose Beziehungen wochenlang künstlich am Leben erhalten – nur um mich nicht vor meinem (mutmaßlich fleißig tratschenden) Freundeskreis outen zu müssen oder meine Eltern traurig zu machen (weil sie sich dann wiederum unnötigerweise um mich sorgen). Denn ganz egal, wie einvernehmlich getrennt zwei Leute auch sein mögen – so ganz wird man das Narrativ des Scheiterns nie los – selbst wenn man wie Sarah Connor und Florian Fischer oder die Carpendales fast zwei Jahrzehnte glücklich zusammen war, gemeinsame Kinder großgezogen oder zusammen gearbeitet hat. 

Vielleicht erklärt genau das, warum gerade so viele berühmte Menschen auf einmal ihr Ehe-Aus bekannt geben. Zuerst Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer nach über 15 gemeinsamen Jahren, nur wenige Tage später zogen die Carpendales nach. Diese Woche folgten innerhalb weniger Tage Sarah Connor und Florian Fischer,  ARD-Wetterfee Claudia Kleinert und Filmproduzent Michael Souvignier sowie Elyas M’Barek und Ehefrau Jessica. Da darf man sich schon mal fragen: Ist das eigentlich ansteckend? 

Trennen im Windschatten 

Was sofort nachvollziehbar ist: Das Ende einer Liebe verkündet sich leichter, wenn gleichzeitig eine andere, noch spektakulärere Promi-Trennung die Schlagzeilen dominiert. Gilt übrigens auch für den Freundeskreis, nach dem Motto: «Wenn deren Beziehung nun offiziell im Eimer ist, können wir’s ja auch endlich sagen.» Dann fühlt man sich weniger «beobachtet» oder als «Skandälchen», ist gefühlt nur eine Scheidung von vielen. 

Der ganz große Knall ist heute sowieso out. Bewusste, wertschätzende Trennungen ohne Rosenkrieg liegen im Trend – «Consious Uncoupling». Ferres und Maschmeyer gingen laut ihres Anwalts «in Freundschaft» auseinander. Die Carpendales tragen weiterhin ihre Eheringe und wohnen auch zusammen, «ohne Drama und ohne, dass wir heute schon wissen müssen, wie morgen aussieht». 

Noch bemerkenswerter: Sarah Connor, seit 2013 mit Florian Fischer verheiratet, zwei gemeinsame Kinder –, bestätigte: «Flo und ich sind bereits seit Frühjahr kein klassisches Ehepaar mehr.» Familie, Wohnsituation und berufliche Zusammenarbeit blieben trotzdem bestehen – und «wenn wir Lust haben, schlafen wir auch noch miteinander». 

Unverbindlich, uneindeutig, umkehrbar

Offenbar will man sich heute nicht mehr zu hundert Prozent festlegen – nicht einmal auf das eigene Beziehungsende. Auffällig ist auch, dass viele erst jetzt mit ihrer Trennung rausrücken, obwohl die Luft schon länger raus ist: Bei den Carpendales ist von «Anfang des Jahres» die Rede, Sarah Connor spricht vom «Frühjahr», Kleinert und Souvignier trennten sich bereits 2025. Man könnte fast meinen, dass hier bewusst gewartet wurde – doch warum ausgerechnet jetzt?

Beziehungsforscher:innen kennen einen ziemlich banalen, aber einleuchtenden Grund, warum sich im Spätsommer, so viele Paare trennen: das Ende der Urlaubssaison trifft auf den Beginn der Vorweihnachtszeit. Laut einer ElitePartner-Studie haben sich 25 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen in Deutschland schon einmal während oder unmittelbar nach dem Urlaub getrennt. «Wenn es aber gravierende Realkonflikte gibt, kochen diese im Urlaub stärker hoch», sagt Psychotherapeut und Beziehungsexperte Dr. Wolfgang Krüger gegenüber BRIGITTE. 

Klimawandel verschiebt «Trennungssaison» auf September

Die Hauptgründe: zu hohe Erwartungen, plötzliche Dauer-Nähe rund um die Uhr – und kleine Marotten, die im Alltag kaum auffallen, im Urlaub aber plötzlich zur Hauptrolle avancieren. «Dabei neigen viele Paare dazu, Konflikte im Urlaub zu dramatisieren – Dinge, über die man zu Hause vermutlich einfach gelacht hätte», so der Beziehungsexperte.
Ein Drittel aller unglücklichen Paare ziehe deshalb nach den Sommerferien die Reißleine, ein weiteres Drittel nach Weihnachten oder dem Winterurlaub. Gut möglich übrigens, dass der Klimawandel und die immer länger werdenden Spätsommer diesen Trend gerade ein paar Wochen nach hinten verschieben – auf Ende September, wenn die letzten Herbsturlaube enden und der Jahresendspurt beginnt. 

Liebesinventur zum Jahresende

Kein Grund also, sich schlecht zu fühlen, wenn gerade jetzt bei dir oder in deinem Umfeld Beziehungen auf den Prüfstand kommen. Es ist saisonal völlig normal. Und: «Fast die Hälfte aller Paare stellt nach einiger Zeit fest, dass man noch viel füreinander empfindet, und nähert sich wieder an», ergänzt Dr. Krüger. Umso besser, dass es offenbar gerade en vogue ist, sich stets ein Hintertürchen für die Liebe offen zu halten.

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