Die Rede ist von Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft, aber nicht so, wie du vielleicht denkst. Was sich hinter dem «Warm-Glow-Effekt» verbirgt, erfährst du hier.
Die Lieblingsschokolade für den Liebsten vom Einkaufen mitbringen, der älteren Nachbarin die Einkäufe nach oben tragen, die beste Freundin mit Blumen überraschen oder den Kindern ein Eis spendieren: All diese Momentaufnahmen haben etwas gemeinsam: Sie bereiten Freude und Dankbarkeit auf der einen Seite und auf der anderen lösen sie ein wohlig warmes Gefühl aus. Das wiederum ist als «Warm-Glow-Effekt» bekannt.
«Warm-Glow-Effekt»: Geben fühlt sich gut an
Der Begriff geht auf den Ökonomen James Andreoni zurück. Er beschrieb 1990 in der Forschung zu Spendenverhalten, dass Menschen nicht nur aus purem Altruismus geben, sondern auch, weil sich das Geben selbst gut anfühlt – der «warm glow». Eine Theorie, die inzwischen vielfach untermauert wurde.
Demnach schenken und helfen wir nicht nur aus purer Selbstlosigkeit, um anderen eine Freude zu machen oder um Gutes zu tun, sondern auch, weil es für uns selbst einen ganz persönlichen emotionalen Nutzen hat, nämlich unser Wohlbefinden zu steigern.
Der «Warm-Glow-Effekt» ist messbar
Bildgebende Studien zeigen, dass freiwilliges Spenden Belohnungsnetzwerke im Gehirn aktiviert – Hirnregionen also, die auch bei anderen freudigen Erfahrungen anspringen. Mit anderen Worten: Großzügigkeit ist für das Gehirn eine Belohnung an sich.
Wie stark der «Warm-Glow-Effekt» ausfällt, hängt jedoch von der Motivation ab. Untersuchungen fanden heraus: Wer aus innerer Überzeugung hilft, unterstützt oder schenkt, dessen Wohlbefinden profitiert deutlich mehr, als wenn man sich verpflichtet oder unter Druck gesetzt fühlt.
Es kommt nicht auf die Größe oder den Wert an
Dabei müssen es keine teuren Geschenke oder großen Gesten sein: Laut einer Meta-Analyse sind es vor allem die Aufmerksamkeiten und Freundlichkeiten im Alltag, die uns einen kleinen bis moderaten, aber verlässlichen Glücks-Schub bringen.
Großzügigkeit aus purem Egoismus?
Aber macht uns das jetzt zu Egoisten? Keinesfalls! Der «Warm-Glow-Effekt» macht Großzügigkeit nicht «egoistisch», sondern zeigt, wie eng unser Wohlbefinden mit Verbundenheit verknüpft ist. Wer gibt, gewinnt – nicht, weil es Punkte auf einem unsichtbaren Wohlfühl-Konto gibt, sondern weil unser Gehirn soziale Nähe belohnt. Und die gute Nachricht der Forschung: Dieses warme, schöne Leuchten ist für jede und jeden erreichbar und muss nicht einmal etwas kosten.
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