Jetzt im Herbst sich so richtig einkuscheln und ein gutes Buch lesen? Das geht am besten mit den Tipps von BRIGITTE-Autorin Angela Wittmann über die besten fantastischen Bücher für diese Jahreszeit!
Frank Herbert – Die Reise nach Pandora

Frank Herbert hat «Dune – Der Wüstenplanet» geschrieben. Auf seine zweite große Reihe, den «Pandora»-Zyklus, war ich schon immer neugierig: Jetzt gibt’s «Die Reise nach Pandora», den ersten von vier Bänden, neu und erstmals vollständig übersetzt auf Deutsch.
Das Werk ist um 1965 entstanden, quasi einer der ersten KI-Romane: Die Menschheit bricht auf ins All, die Siedler liegen im Kälteschlaf. Das geht nicht ohne künstliche Gehirne, aber bei denen brennen die Schaltkreise durch. Oldie but goldie! («Die Reise nach Pandora», Übersetzung: Thomas Schlück, 304 S., 16 Euro, Heyne)
Ursula Poznanski – Canvas

Wohin gehen wir, wenn wir nirgends mehr hinkönnen? In Ursula Poznanskis neuem Near-Future-Thriller ist das nicht das All, die Menschen flüchten in virtuelle Welten, um der unbewohnbaren Erde zu entkommen. «Canvas» ist eine dieser Welten, wie auch «Cryptos» aus dem Vorgänger-Band (wer sich noch mal schnell ins Bild setzen will: Eben ist eine wirklich tolle Graphic-Novel-Adaption des Bestsellers erschienen, 24 Euro, Loewe.)
Aber «Canvas» funktioniert auch ohne Vorwissen. Überhaupt ist es eine wahre Freude, mit Poznanskis Ermittlerin Jana mühelos durch die Spielewelten zu switchen: Mittelalter, Trauminsel, Gruselkabinett, Jane-Austen-Ambiente – alles dabei. Ursula Poznanski, die seit ihrem Debüt «Erebos» alle Altersgruppen begeistert, ist einfach eine geniale Weltenschöpferin. (480 S., 24 Euro, Loewe, ab 14)
Washington Irving – Die Sage von Sleepy Hollow

Die Sage vom Reiter ohne Kopf, der in der «Schläfrigen Schlucht» sein Unwesen treibt, gilt als die berühmteste amerikanische Spukgeschichte. Washington Irvings Klassiker, erstmals 1820 veröffentlicht, spielt auch in Thomas Olde Heuvelts neuem Roman (siehe unten) eine so große Rolle, dass ich «Sleepy Hollow» sofort noch mal lesen wollte.
Zu meinem Glück gibt’s diese wunderschöne Neuausgabe, von Atak für die Insel-Bücherei schaurig-schön illustriert. (Übersetzung: Eike Schönfeld, 100 S., 16 Euro, Insel-Bücherei)
Thomas Olde Heuvelt – Die letzte Geschichte von Jamie Gunn

Thomas Olde Heuvelt («Hex») ist ein verdammt guter Horror-Autor. Sein Held Jamie Gunn auch: Eine Booktokerin behauptet, von einer Figur aus seinem Roman «She» verfolgt zu werden. Perfides «Lies nicht die letzte Seite»-Marketing? Aber sie ist nicht die Einzige, die nach der Lektüre verschwindet. Denn Jamie Gunn erzählt schon mit dem Tod um die Wette, seit er ein kleiner Junge ist … («Die letzte Geschichte von Jamie Gunn», Übersetzung: Christiane Burkhardt, 496 S., 18 Euro, Heyne, ab 14.10.)
Kirsten Fuchs – Sneaker

Sneaker ist 16 und lebt in einer Zukunft, die nur noch mit Gefühlsblockern zu ertragen ist. Draußen wütet die Klimakatastrophe, drinnen, im gefängnisgleichen Smarthome, hält KI die Bewohner in Schach. Sneaker bricht trotzdem aus und erlebt eine Welt, in der Drohnen Klimapolizei spielen und Menschen in Gemeinschaften mit grotesken Regeln leben. Bis Sneaker die «Freien» trifft – und die Liebe.
KirstenFuchs verknüpft Dystopie, Humor und Coming of Age mit Poesie: eine Perle! («Sneaker», 240 S., 24 Euro, Rowohlt Berlin)
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