Jeder bekommt gerne Komplimente für seinen Look, doch guter Geschmack ist nicht bei jedem in die Wiege gelegt. Muss es auch gar nicht, denn guter Stil kann erlernt werden, durch hilfreiche Stylingsregeln. Moderedakteurin Ilka schwört auf diese drei Tricks, um ihre Looks stimmiger wirken zu lassen.
Schon im Kindesalter war es mir das Größte, mithilfe einer großen Verkleidungskiste mich in unterschiedlichste Looks zu schmeißen. Bereits mit vier Jahren forderte ich Mitspracherecht bei meiner Kleiderwahl und im Teenager-Alter ging es los mit ausgedehnten Shoppingtouren. Trends wurden ausprobiert, ohne darauf zu achten, ob sie meinem Körper schmeicheln. Erst in meinen Dreißigern habe ich begriffen, dass eine eigene Stilsprache, viel mehr wert ist, als jedem Trend hinterherzujagen. Es haben sich Stilregeln für mich herauskristallisiert, die im Alltag leicht umzusetzen sind.
Guten Stil erlernen: Auf diese Regel schwört die Moderedaktion
Simpel, aber genial: Setze Farbklammern!
Als Modeexpertin hat man nie ausgelernt und so war ich fasziniert, als ich bei meinem Interview mit der «Identity & Style»-Expertin Karlie Muehlbach den Begriff der Farbklammer erläutert bekommen habe. Bei diesem Stylingtrick wird eine ausgesuchte Farbe als Klammer unten und oben in einem Outfit wiederholt, zum Beispiel durch Schuhe und Mantel, durch Hose und Mütze oder mit Schuhen und Pullover. Durch die Wiederholung ist die Farbe nicht isoliert und so lassen sich auch knallige Farben, wie ein Tomatenrot harmonisch in den Look integrieren. Früher habe ich nicht darauf geachtet und weiße Turnschuhe zu fast jedem Outfit kombiniert. Mehr Abwechslung hätte meinen Looks gutgetan.

Die eigene Körperform kennen
Was vielleicht das Schwerste am guten Stil ist, ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Welche Körperfigur hat man? Zu welchem Farbtyp gehört man? Wie viel Kontrast existiert bei Haaren, Haut und Augen? Viele besuchen eine Farb- oder Typberatung, doch das ist gar nicht zwingend notwendig. Für den Anfang reicht es, wenn man versteht, wie Kleider arbeiten. Welche Schnitte stauchen, welche Silhouetten lassen einen schlanker wirken und welche Hosen sorgen für XL‑Beine? Ein anschauliches Beispiel ist mein Vorher-Nachher. Als kleine Person sollte ich kurze Röcke oder Röcke in Midi-Länge tragen. Knielange Röcke sehen einfach nur unförmig aus. Im Herbst ist ein Minirock jedoch zu kalt, also habe ich vor rund sieben Jahren noch zu blickdichten Strumpfhosen gegriffen. Diese Wahl sieht nicht nur plump aus, sie staucht meine Beine enorm. Hautfarbene Strumpfhosen oder schwarze Strumpfhosen mit einem niedrigen DEN wiederum strecken optisch. Der Effekt kann durch Schuhe, die der eigenen Hautfarbe ähneln, verstärkt werden.

Bleibe in einer Farbfamilie
Du hast einen Lieblingspullover, aber nur einen Wintermantel und der ist ausgerechnet gemustert? Je aufregender Basics wie Jacken und Schuhe sind, umso schwerer lassen sie sich in verschiedenste Outfits integrieren. Je mehr Farben und Muster gemischt werden, umso planloser wirkt ein Look.

Um dies zu umgehen, gibt es einen einfachen Trick: Bleibe einfach in einer Farbfamilie, dann spielen auch Muster nur eine untergeordnete Rolle. Wenn ich nicht weiß, was ich anziehen soll, und die besten Klamotten in der Wäsche sind, suche ich einfach Teile einer oder zwei Farbwelten aus meinem Schrank heraus. Im Herbst bieten sich Farben wie Braun, Bordeaux oder Grün an. Die ausgewählte Farbe kann nun in unterschiedlichen Tönen miteinander kombiniert werden und wirkt immer harmonisch. Das Einzige, worauf du achten solltest, ist jedoch, dass du nicht kühle Töne mit warmen vermischst. Die verschiedenen Nuancen sollen sich ergänzen und nicht konkurrieren.
Quelle: Mode



