Mehr als jede fünfte Frau in Deutschland spart laut einer Verivox-Umfrage gar nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber eins ist klar: Sparen heißt nicht nicht nur Verzicht, sondern auch gut für sich selbst vorzusorgen. Und genau das können wir mit fünf einfachen Tipps lernen.
Sparen fällt vielen von uns im Moment schwer – kein Wunder bei steigenden Preisen, hohen Lebenshaltungskosten und all den Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt. Eine Verivox-Umfrage zeigt: Mehr als rund jede fünfte Frau in Deutschland legt kein Geld zurück – bei den Männern ist es nur jeder achte im Schnitt. Außerdem sparen knapp 40 Prozent der Frauen weniger als zehn Prozent ihres Einkommens, während Männer häufiger größere Beträge beiseitelegen. Gerade zu Beginn des Jahres, wenn viele Versicherungen ihre Beiträge abbuchen, der Winter teuer war und auch die Lebenshaltungskosten hoch sind, ist die Möglichkeit zu sparen, für viele begrenzt. Oft heißt es: «Mir bleibt doch sowieso nichts übrig».
Denn neben all den Kosten, die aktuell besonders belasten, kommen strukturelle Herausforderungen dazu. Frauen verdienen im Schnitt weniger, sie arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen oft den größeren Teil an unbezahlter Care-Arbeit. «Wer weniger verdient, hat schlicht weniger Spielraum», sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin. «Doch gerade deshalb ist regelmäßiges Sparen so wichtig: Es stärkt die eigene Unabhängigkeit und schafft langfristig finanzielle Sicherheit.»
Frauen geben häufig ihr gesamtes Einkommen aus
Die Umfrage zeigt außerdem: Frauen geben häufiger als Männer ihr gesamtes Einkommen aus und verzichten dadurch öfter auf Rücklagen. Ein fehlendes Polster kann jedoch schnell zum Risiko werden – etwa bei Jobverlust, Trennung oder unerwarteten Ausgaben. Ein finanzieller Puffer oder der sogenannte Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern gilt als Faustregel, um solche Situationen abzufedern.
Kleine Beträge mit langfristig großer Wirkung
Wer Vermögen aufbauen will, für den ist es sinnvoll, Geld nicht nur auf einem Tagesgeldkonto zu parken, sondern auch langfristig zu investieren. Klar ist natürlich: Auch hier gibt es Risiken und Märkte unterliegen Schwankungen. Aber eine Modellrechnung zeigt, wie nicht nur Sparen, sondern auch Investieren für den langfristigen Vermögensaufbau hilft. So hätte jemand, der jeden Monat nur zehn Euro in einen ETF-Sparplan steckt, bei einer durchschnittlichen Rendite von 7,5 Prozent nach 30 Jahren fast 13.000 Euro angespart. Bei 25 Euro monatlich wären es insgesamt bereits über 32.000 Euro.
Es geht also nicht darum, sofort große Summen zu sparen und dann zu investieren, sondern darum, überhaupt anzufangen! Der langfristige Effekt entsteht durch den sogenannten Zinseszinseffekt – also dadurch, dass Renditen immer wieder erneut mitverzinst werden. So kann das Vermögen im Laufe der Jahre exponentiell wachsen und kleine monatliche Beträge werden dank Zins und Zinseszins zu größeren Summen.
So behältst du den Überblick
Viele von uns haben aktuell das Gefühl, dass am Ende des Monats einfach nichts mehr übrig bleibt. Doch oft steckt hinter diesem Gefühl nicht unbedingt ein Mangel an Disziplin oder zu wenig Einkommen, sondern häufig auch fehlende Klarheit darüber, wohin das Geld eigentlich fließt. Helfen können da feste monatliche Budgets oder Budgettöpfe, nach denen wir unser Geld einteilen können. So kann ein gutes Budgetsystem helfen, wieder mehr Kontrolle über die eigenen Finanzen zu gewinnen.
3 Mechanismen, die dich dabei unterstützen können:
- Die 50-30-20-Regel: Du planst beispielsweise 50 Prozent für Fixkosten, 30 Prozent für variable Kosten im Alltag und 20 Prozent fürs Sparen und Schuldenabbau ein. Das kann je nach Einkommen auch für dich ganz anders aussehen.
- Eine klare Konten-Trennung: Ein Konto für Fixkosten, eines für variable Ausgaben und eines fürs Sparen – so behältst du leichter den Überblick.
- Ein Spartagebuch: Notiere zwei, drei Monate lang, wofür du Geld ausgibst. Das schärft das Bewusstsein und zeigt dir, wo du ansetzen kannst, ohne auf etwas zu verzichten.
Budgetieren heißt nicht, sich einzuschränken, sondern bewusst zu entscheiden: Wofür will, kann und muss ich jeden Monat Geld ausgeben und zurücklegen?
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5 Spar-Tipps für dich: Um deine Ausgaben gezielt zu reduzieren, ergibt ein ehrlicher Kassensturz Sinn, bei dem du alle Kostenfresser einmal auf den Prüfstand stellst:
- Mach den Stromcheck
Kleine Stromfresser summieren sich. Steckdosenleisten mit Schalter, LED-Lampen oder kürzere Laufzeiten bei Geräten sparen bares Geld. - Heizkosten senken
Räume auf 20 Grad heizen, Türen schließen, Heizkörper entlüften – das senkt die Kosten, ohne dass du frierst. Ein programmierbarer Thermostat hilft zusätzlich. - Plane deine Mahlzeiten und reduziere Impulskäufe
Wer Mahlzeiten und Einkäufe gezielt mit Angebotsvergleichen plant, spart beim Einkauf und reduziert Lebensmittelverschwendung. Außerdem kann gezielte Planung Impulskäufe, bei denen wir spontan mehr Geld ausgeben, verhindern. - Abos prüfen
Streaming, Fitness-Apps, Newsletter – vieles läuft einfach weiter. Nimm dir eine Stunde und kündige, was du wirklich kaum nutzt. - Sparen automatisieren
Richte einen Dauerauftrag ein: Gleich nach Gehaltseingang geht ein fixer Betrag aufs Tagesgeldkonto oder beispielsweise in einen ETF-Sparplan. So verschwindet das Geld automatisch, bevor du es ausgeben kannst, und Sparen wird zur Gewohnheit.
Heute ist der beste Tag, um anzufangen
Sparen ist nicht immer nur Verzicht, es ist eine Entscheidung für dich, für deine Freiheit, deine Sicherheit und dein gutes Gefühl, selbst das Steuer in der Hand zu haben. Dabei geht es nicht darum, perfekt zu sparen. Es geht darum, den ersten Schritt zu machen – auch wenn er klein ist und vielleicht erst bei fünf oder zehn Euro anfängt.
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