Wiesn-Trends 2026: Beauty-Experte verrät, welche Haar- und Make-up-Looks angesagt sind

Welche Frisuren sind auf der Wiesn angesagt? Wie hält der Look vom ersten Maß bis zum letzten Tanz – und welche Beauty-Fehler sollte man besser vermeiden? Celebrity Make-up-Artist und Beauty Experte Kevin Bete kennt die Herausforderung des Wiesn-Stylings aus erster Hand und hat im BRIGITTE.de Interview seine Profi-Tricks für Haare und Make-up verraten.

Das Dirndl sitzt, die Haare sind gestylt und das Make-up perfekt? Schon kann das Oktoberfest beginnen! Zwischen Festzelt, Tanzen, Hitze und wechselndem Herbstwetter muss der Beauty-Look einiges aushalten. Doch welche Frisuren sind aktuell angesagt und wie gelingt ein Styling, das modern aussieht und auch dir gelingt?

Als diplomierter Hair- und Make-up-Artist arbeitet Kevin Bete seit über zehn Jahren in der Beauty- und Fashion-Branche sowie rund um das Oktoberfest. Für große Shootings und Videoproduktionen arbeitet er unter anderem mit Marken wie PRADA, Jo Malone London und VOGUE. Auch Stars wie Jana Ina Zarella, Judith Williams und Ed Westwick vertrauen auf sein Styling.

Profi-Tricks für das Wiesn-Styling: Kevin Bete im Interview mit BRIGITTE.de

Wiesn-Frisuren

BRIGITTE:Welche Haar-Trends und Frisuren werden wir auf der Wiesn in diesem Jahr besonders häufig sehen?

Kevin Bete: Die Trends wiederholen sich tatsächlich ein bisschen vom letzten Jahr. Sleek-Looks sind einfach immer noch supertrendy. Sei es als Bun, Ponytail oder offen und sleek. Natürlich sehen wir auch ausgehängte Waves, als wären sie schon zwei, drei Tage alt. Bei dem einen oder anderen Event werden die Ladys mit Sicherheit auch mit einem frischen Blow-out kommen, richtig schön Big Hair. Für die Wiesn ist das allerdings oft schwierig, weil die Haare durch die Luftfeuchtigkeit schnell wieder abflachen. 

Was wir weiterhin nicht so häufig sehen werden, sind Flechtfrisuren. Viele verbinden sie eher mit einem jugendlichen Look, während die meisten auf der Wiesn eher nach Lady und super schick aussehen möchten.

Make-up-Artist und Beauty-Experte Kevin Bete.
Make-up-Artist und Beauty-Experte Kevin Bete.
© Voyage PR

Das Dirndl ist ein wichtiger Bestandteil des Wiesn-Looks. Wie sollte man die Frisur auf das Kleid abstimmen, damit der Look harmonisch und modern wirkt?

Ich frage tatsächlich immer zuerst: Wie sieht dein Dirndl aus? Ist es hochgeschlossen oder hat es beispielsweise einen Carmen-Ausschnitt? Je nachdem, wie viel Schulter oder Dekolleté zu sehen ist, kann man die Haare unterschiedlich stylen. 

Wer den oberen Körperbereich mit Ausschnitt oder Schmuck betonen möchte, trägt die Haare am besten hoch oder geschlossen. Wer dagegen nicht noch mehr Fokus auf den Schlüsselbeinbereich legen möchte, kann die Haare eher offen tragen. Ich würde das immer auf die Ausgangssituation abstimmen, also auf Bluse, Schmuck, Kleid und Ausschnitt.

Auch das Volumen des Dirndls spielt eine Rolle: Wenn man beispielsweise Puffärmel trägt und dazu offene Haare, kann das schnell zu viel wirken. Dann bietet sich eine halboffene oder komplett hochgesteckte Frisur an.

Gibt es eine Frisur, die du für die Wiesn besonders empfehlen würdest? Was funktioniert einfach immer?

Was natürlich immer funktioniert, ist ein Sleek-Look. Die Haare sind aufgeräumt und jeder, der schon einmal im Zelt war, weiß, wie warm es werden kann. Deshalb ist ein streng nach hinten gebundener, glänzender Dutt besonders praktisch. Weiter oben wirkt er etwas moderner und cooler, im Nacken etwas klassischer. Ein paar herausfallende Strähnen können schön aussehen, sind aber kein Muss.

Ann-Kathrin Götze zeigte bereits im vergangenen Jahr, wie ein Sleek Bun gelingt.
Ann-Kathrin Götze zeigte bereits im vergangenen Jahr, wie ein Sleek Bun gelingt.
© Gisela Schober

Auch ein cleaner Ponytail funktioniert immer gut, wenn man es aufgeräumt mag. Dabei muss er nicht komplett sleek sein. Ein bisschen Struktur kann sogar gut aussehen, sodass es wirkt, als hätte man sich ganz mühelos selbst schnell die Haare gemacht. 

Ich mag aber auch die ausgehängten Wellen, weil sie so unkompliziert wirken, als hätte man sich wenig Mühe gegeben. Dafür braucht man allerdings ein bisschen Kenntnis, wie man sie stylt.

Und wie hält eine Wiesn-Frisur möglichst lange?

Die Vorbereitung der Haare ist das A und O. Wenn ich mit Hitze arbeite, gehört natürlich Hitzeschutz dazu. Zusätzlich gibt es beispielsweise Root Lifter oder Ansatz-Volumen als Spray oder Puder. Damit werden die Haare etwas griffiger, gerade wenn sie sehr weich oder schwer sind. So hält das Styling besser.

Alternativ kann man auch Trockenshampoo verwenden. Wichtig ist dabei, das Haar zusätzlich anzusprühen, durchzubürsten und erst danach mit Wärme zu stylen. Auch dadurch bekommt das Haar mehr Griff und die Frisur hält länger.

Zum Abschluss verwende ich gerne ein Anti-Frizz- oder Shine-Spray. Diese Produkte legen sich wie eine leichte Versiegelung auf das Haar und helfen dabei, dass Luftfeuchtigkeit nicht so schnell an die Haare kommt. So bleiben glatte Haare oder Waves länger schön.

Was sind deine Tricks, um eine einfache Wiesn-Frsiur zu Hause einfach selbst zu stylen?

Was schnell beeindruckend aussieht, ist, mit dem Glätteisen zu arbeiten und es um 90 Grad zu drehen. Dadurch bekommen die Haare unten einen kleinen Bounce und es sieht so aus, als hätte man sich eine halbe Stunde einen Blow-out gemacht. Dafür braucht man keine große Technik. Wichtig ist dabei immer, wie die Spitzen aussehen. Wenn sie gesund sind und nicht frizzy aussehen, wirkt die Frisur schon viel gemachter. Auch der Glanz spielt eine große Rolle. Mit einem guten Conditioner, Leave-in-Conditioner, guter Pflege oder etwas Haaröl sehen die Haare gesünder und gepflegter aus.

Wer Locken machen möchte, kann sich merken: Immer entgegengesetzt arbeiten. Wenn ich die linke Seite style, halte ich das Glätteisen oder Lockenstab in der rechten Hand und umgekehrt. So bekommt man auf beiden Seiten dieselbe Lockenform.

Für die ausgehängten Waves gilt: Je senkrechter man den Glätter hält, desto softer und geschmeidiger wird die Welle. Je waagerechter man ihn hält, desto curliger wird sie.

Wiesn-Make-up

Was sind die Make-up-Trends des Oktoberfests 2026?

Was natürlich beliebt ist, ist der Clean-Girl-Look: cleane, schöne Haut, softer Blush auf den Wangen, Mascara und etwas Bronzer, damit man frisch aussieht. Bei der Wiesn muss es für mich nicht zwingend Full Glam sein.

Aktuell liebe ich außerdem Bordeaux- und Burgundy-Töne, die wir auch in den Dirndl-Kollektionen sehen. Wer mutig ist, kann eine richtig burgunderfarbene Lippe tragen und den Rest reduziert halten: nur Mascara, schöne Haut und vielleicht ein Highlight im Augeninnenwinkel. Wer sich nicht an eine kräftige Lippe traut, kann die Burgundy-Töne auch soft auf der Wange oder als leichten Lidschatten einsetzen. Das wirkt sehr edel und etwas erwachsener als Rosy- oder Peachy-Töne.

Make-up in bronzy und burgunderfarbenen Nuancen.
Make-up in bronzy und burgunderfarbenen Nuancen.
© Moritz Scholl

Ein echter Allrounder sind außerdem Bronzy-Looks: Bronzer auf der Wange, ein bronziger Ton auf dem Auge und im besten Fall dieselben Farben für den gesamten Look. Das wirkt frisch und sunkissed und passt zu jedem Dirndl.

Was ich dieses Jahr dagegen nicht sehe, sind tiefe, dunkle Smokey Eyes oder Fake Lashes. Einzelne Wimpern zum Auffüllen sind natürlich möglich, aber ein komplettes Band braucht es aktuell nicht.

Wie sieht das Make-up auch nach mehreren Stunden auf der Wiesn noch frisch aus?

Wie bei den Haaren ist auch beim Make-up die Vorbereitung das A und O. Nur auf gut gepflegter Haut hält Make-up und sieht über einen längeren Zeitraum schön aus. Ist die Haut zu trocken, zieht sie die Feuchtigkeit aus den Produkten und wirkt schnell spröde. Ist sie zu ölig, fehlt die richtige Basis und das Make-up kann verrutschen. 

Deshalb ist Skin Care und ein guter Primer so wichtig. Primer gibt es mittlerweile für verschiedene Bereiche, sei es für die Haut, die Augen oder die Lippen. Er funktioniert im Prinzip wie ein Klettverschluss. Das jeweilige Produkt kann besser haften und verrutscht weniger.

Bei der Lippe sind aktuell Lip Stains super im Trend. Ob als Filzstift oder Liquid, sie färben die Lippen ein und halten dadurch besonders gut. Darüber kann man einfach einen klaren Gloss oder eine Lippenpflege geben, ohne dass anschließend viel am Glas hängen bleibt. Wichtig ist allerdings, beim Auftragen präzise zu arbeiten, denn wenn der Lip Stain einmal aufgetragen ist, lässt er sich nicht so einfach wieder entfernen. Wer noch nicht so geübt ist, kann deshalb mit einem Pinsel arbeiten und die Farbe damit soft und präzise auftragen.

Welche Fehler sollte man beim Wiesn-Make-up unbedingt vermeiden und was kann man stattdessen machen?

Ein typischer Fehler ist, zu viel zu schichten. Foundation bis unter die Augen, darüber Concealer und anschließend noch Puder. Das wird nie optimal halten, weil man einfach zu viel Produkt auf dem Gesicht hat.

Außerdem gilt: nicht zu viel auftragen. Gerade unter den Augen sollte man die Foundation aussparen und stattdessen nur soft Concealer auftragen. Je nach Concealer kann man ihn leicht abpudern, mehr braucht es dort nicht.

Für mehr Halt arbeite ich außerdem gerne mit Creme- und Puderprodukten übereinander. Zum Beispiel zuerst Cream Blush und anschließend etwas Powder Blush. Dadurch baut man die Farbe auf und das Puder kann besser auf dem Cremeprodukt haften.

"Clean-Girl"-Make-up Look.
«Clean-Girl»-Make-up Look.
© Jeremy Moeller

Das sind die 3 wichtigsten Tipps für deinen Wiesn-Look, laut Beauty-Experte:

1. Auf die Vorbereitung setzen

«Die Vorbereitung der Haare und des Make-ups beziehungsweise der Haut ist das A und O», erklärt Kevin Bete. Denn nur wenn Haare und Haut eine gute Grundlage haben, können die Looks lange halten.

2. Produkte zum Auffrischen einpacken

Für das Oktoberfest empfiehlt der Profi, immer etwas zum Auffrischen dabeizuhaben, etwa Lippenstift oder Lipgloss. Auch Blotting-Paper oder transparentes Puder können helfen. Bete bevorzugt das Anti-Glanz-Papier, weil so keine zusätzlichen Schichten auf dem Gesicht entstehen.

3. Wohlfühlen statt Verkleiden 

Sein wichtigster Tipp geht jedoch über das eigentliche Styling hinaus: Man sollte sich mit seinem Look wohlfühlen. Gerade weil Dirndl keine typische Alltagskleidung sind, kann man schnell das Gefühl bekommen, aus seiner Komfortzone zu gehen. Für Bete zählt deshalb vor allem die eigene Selfconfidence: «Wer sich schön fühlt und Spaß hat, strahlt von innen».

 

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