Um morgens zu strahlen, braucht Hautpflege gutes Timing und spezielle Wirkstoffe. Besonders in der Nacht hat der Körper nämlich sein Regenerations-Momentum. Darum schwört Beauty-Redakteurin Julika auf Schlaf-synchronisierte Skincare.
Abgase, Schmutz, UV-Strahlen, Heizungsluft und Make-up – als Großstadt-Mädchen, das noch nie an einem Ort gelebt hat, der unter 500.000 Einwohner hatte, mute ich meiner Haut seit 29 Jahren so einiges zu. Und das 1440 Minuten am Tag. Umso wichtiger ist es mir mittlerweile daher, dass sie sich zumindest für einen Moment wirklich erholen kann. Genauer gesagt während der Nacht. Nicht umsonst sprechen alle immer von Schönheitsschlaf – und der ist viel effektiver, als viele Anti-Aging-Methoden!
Beauty-Redakteurin Julika ist im Chrono-Skincare-Fieber
Was wie ein Märchen klingt, ist längst ein wissenschaftlich belegter Beauty-Fakt. Denn nachts, während wir schlafen, läuft unser Zellstoffwechsel auf Hochtouren. Die Haut repariert kleine Schäden, regeneriert sich von Umwelteinflüssen und bildet frische Zellen. Wer diesen natürlichen Prozess gezielt unterstützen möchte, braucht vor allem eins: die richtige Nachtpflege. Statt mich also nur auf klassisches Anti-Aging zu versteifen, gilt mein neustes Beauty-Rabbithole chronobiologischer Skincare, die sich am abendlichen Biorhythmus des Körpers orientiert, um den Vorteil der Schlafenszeit bestmöglich zu nutzen.
Hautpflege auf Basis des Biorhythmus
Vielleicht ist es dir auch schon einmal aufgefallen: Die Beschaffenheit der Haut ändert sich über den Tag sichtbar. Genau deshalb braucht sie auch zu jeder Tageszeit etwas anderes und kann nicht gleichermaßen gut mit bestimmten Pflegestoffen umgehen. Am Tag sollte der Fokus auf dem Schutz liegen. Dann ist der Teint zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, dazu Stress und Temperaturveränderungen, vor allem im Herbst und Winter. UV-Strahlung oder das blaue Licht schaden der Barrierefunktion und mindern die Regenerationsfähigkeit des Teints. Würde aber auch wenig bringen, denn die ist biologisch für die Nacht vorprogrammiert!
Im natürlichen Schlafprozess durchläuft der Körper mehrere Phasen der Erholung, beginnend mit der Entgiftung, nachfolgend mit Erneuerung und schlussendlich mit der Nährstoffaufnahme. Im Schlaf arbeiten die Zellen also in Seelenruhe gegen alles, was sie am Tag geschwächt hat – und das gilt es, mit schlaf-synchronisierter Hautpflege zu nutzen. Und auch Studien zeigen: Hauttemperatur, Durchblutung, Zellaktivität und der transepidermale Wasserverlust (TEWL) können je nach Tageszeit schwanken. Die Haut verhält sich um Mitternacht also definitiv anders als mittags.
Nachtcreme ist nicht mehr nur Nachtcreme
Es gab eine Zeit, da war Nachtcreme für mich im Grunde nichts anderes als die gewohnte Feuchtigkeitscreme, nur etwas reichhaltiger. Sie kam in einem schweren Tiegel und fühlte sich allein dadurch reichhaltig und besonders wertig für die Nacht an. Doch mit immer aufwendigeren Abendroutinen ist die gute alte Nachtcreme mittlerweile fast schon ein vergessenes Produkt für mich. Mein Augenmerk liegt aktuell auf Cremes und Seren, die die natürlichen Veränderungen meiner Haut im Laufe von 24 Stunden gleich mitberücksichtigen. Vor allem Feuchtigkeitszufuhr und eine gesunde Hautbarriere sind hier entscheidend.
Ab 18 Uhr geht’s gemäß des Biorythmus los: Das Wachstum der Zellen und die Kollagensynthese nehmen zu, die Haut wird durchlässiger für Wirkstoffe – jetzt ist die ideale Zeit für beruhigende Seren, mit denen ich meine Abendroutine einleite. Hier gehören Hyaluronsäure, aber auch Centella, Madecassoside und Beta-Glucan zu meinen Favoriten. Zwischen 22 und 6 Uhr stimuliert die Wachstumshormon-Ausschüttung im Tiefschlaf Zellerneuerung und DNA-Reparatur. Melatonin wirkt als starkes hautinternes Antioxidans. Der TEWL erreicht seinen Höhepunkt, sodass eine reichhaltige Nachtpflege zum Schutz der Barriere gefragt ist.
Die Hautbarriere als Kernelement einer guten Nachtroutine
Wenn die Barriere geschädigt ist, verliert sie Wasser aka. Feuchtigkeit. Dieser natürliche Verlust nimmt im Laufe des Tages immer mehr zu, vor allem aber, wenn der Säureschutzmantel nicht ganz intakt ist. Darum ist die Unterstützung der Hautbarriere mit einer guten Feuchtigkeitscreme eine der wirksamsten – und zum Glück auch simpelsten – Maßnahmen vor dem Schlafengehen. Zu meinen Heroes in dieser Skincare-Phase gehören dann Ceramide, Astaxanthin, Peptide oder auch PDRN. Diese Wirkstoffe unterstützen die natürlichen Regenerationsprozesse der Haut über Nacht. Ganz ehrlich: In der Schule war ich nie ein Fan von Biologie, aber in Form von schlaf-synchronisierter Hautpflege ist meine Vorstellung revidiert.
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