Gewichtscheck: Wie viel Übergewicht ist zu viel?

Bin ich nur ein paar Kilo zu schwer oder ist mein Übergewicht bereits gesundheitsgefährdend? Unser Gewichtscheck verrät es dir!

Den kritischen Blick auf die Waage kennen wohl die meisten von uns nur zu gut. Und wenn die dort auftauchende Zahl etwas höher ausfällt als erhofft, stellen sich viele Menschen die Frage: Sind das jetzt nur ein paar Wohlfühlpfunde zu viel oder riskiere ich mit diesem Gewicht meine Gesundheit? Ganz pauschal lässt sich diese Frage aber leider nicht beantworten, weil sie von vielen Faktoren beeinflusst wird.

Habe ich Übergewicht? Das sagt der BMI

Der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) ist eine Formel, die Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis miteinander setzt. Grundsätzlich wird der BMI aus dem Gewicht geteilt durch die Größe zum Quadrat berechnet. Bist du also 1,70 Meter groß und 75 Kilogramm schwer, wäre die Formel: 75 geteilt durch 1,7² = 25,9. Deinen eigenen Wert kannst du hier mit unserem BMI-Rechner ermitteln. Was er tatsächlich aussagt, erklären wir hier in der BMI-Tabelle:

  BMI weiblich BMI männlich
Untergewicht unter 19 unter 20
Normalgewicht 19-24 20-25
Übergewicht 25-30 26-30
Adipositas 31-40 31-40
starke Adipositas größer als 40 größer als 40

Allerdings betrachten viele Expert:innen den BMI-Wert inzwischen als veraltet – denn er berücksichtigt weder die individuelle Muskelmasse noch die Fettverteilung im Körper. So kann beispielsweise ein sehr sportlicher Mann einen BMI über 30 haben und damit als adipös gelten, obwohl er völlig gesund ist. Das hohe Gewicht kommt lediglich davon, dass er viele Muskeln hat, die schwerer als Fett sind.

Auch die Fettverteilung spielt bei der Frage nach gefährlichem Übergewicht eine große Rolle. Als besonders schädlich gilt das sogenannte viszerale Fett, das sich vor allem in der Bauchgegend anlagert und dort die inneren Organe umhüllt. Es fördert unter anderem Entzündungen und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Als Faustregel gilt: Bei Frauen sollte der Taillenumfang bei maximal 88 Zentimetern liegen, bei Männern bei maximal 102 Zentimetern – sonst drohen gesundheitliche Risiken.

Das Adipositas-Paradoxon: Länger leben mit erhöhtem BMI?

Forschende beschäftigen sich schon lange mit dem sogenannten Adipositas-Paradoxon. Denn verschiedene Untersuchungen kommen bei der Frage, ob leichtes Übergewicht wirklich gesundheitsschädlich ist oder im Gegenteil sogar nützlich sein kann, zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Beispielsweise zeigen Studien, dass ein BMI zwischen 25 und 30 zumindest bei älteren Patient:innen ab 65 nach größeren, geplanten Operationen mit besseren Überlebenschancen verbunden sein kann. Solche Eingriffe setzen in der Regel einen insgesamt belastbaren Gesundheitszustand voraus, dabei spielt auch das Körpergewicht als Hinweis auf Energiereserven und Ernährungszustand eine Rolle. Demgegenüber erhöht ein niedriger BMI in dieser Patient:innengruppe das Risiko für Komplikationen und die Sterblichkeit – womit die Untersuchung dem gängigen Bild widerspricht, dass Übergewicht immer ein Risiko für die Gesundheit ist.

Expert:innen vermuten, dass sich das Adipositas-Paradoxon darauf zurückführen lässt, dass dem Körper bei leichtem Übergewicht mehr Energiereserven zur Verfügung stehen. Erhöht sich nach einer Operation der Energiebedarf, könnten diese Reserven angezapft werden. Bei der höheren Sterblichkeitsrate von normal- und untergewichtigen Menschen könnten außerdem auch andere beeinflussende Faktoren eine Rolle spielen – zum Beispiel eine Grunderkrankung, die mit Gewichtsverlust einhergeht.

Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung

Auch wenn das Adipositas-Paradoxon nicht ganz übergangen werden sollte, bleibt Übergewicht aber für die meisten Menschen ein klarer gesundheitlicher Risikofaktor – er sollte eben nur nicht einzeln betrachtet werden. Neben dem Gewicht spielen viele weitere Aspekte der Lebensführung wie die Ernährungsweise und Bewegung eine zentrale Rolle für die Gesundheit. Wenn du sichergehen willst, ob dein Übergewicht gefährlich sein könnte, sprichst du daher am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin und hinterfragst deine generelle Lebensweise. 

Quellen

  • S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas, awmf.org, zuletzt abgerufen am 30.07.2026
  • Übergewicht und Adipositas, dge.de, zuletzt abgerufen am 30.07.2026
  • Bae JC et al. Association of Body Mass Index with the Risk of Incident Type 2 Diabetes, Cardiovascular Disease, and All-Cause Mortality: A Community-Based Prospective Study. Endocrinol Metab (Seoul) 2020; 35(2):416-424. doi: 10.3803/EnM.2020.35.2.416.
  • Canales C et al. Body Mass Index and Postsurgical Outcomes in Older Adults. JAMA Network Open 2025; 8(8):1-11. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.28875.

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