Clevere Make-up-Tricks, die richtige Pflege, eine Oberlidstraffung: Es gibt zum Glück viele Wege, die Augen wieder strahlender und wacher aussehen zu lassen.
Vielleicht ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Das Gesicht altert nicht überall gleich schnell. Während die Nase vielleicht noch aussieht wie mit Anfang 20, verrät die Augenpartie häufig schon, dass dies nicht mehr so ist. Woran das liegt? Zehn- bis 20-mal in der Minute blinzeln wir, um die Augen mit Tränenflüssigkeit zu versorgen oder sie zu schützen. Damit das schnell und flexibel funktioniert, brauchen die Lider einen gewissen Überschuss an Haut. Die ist hier zudem deutlich dünner als im restlichen Gesicht und das Bindegewebe weniger fest. Ganz normale Alterungsprozesse wie der Abbau von Kollagen oder die Folgen der Schwerkraft sind rund um unsere Augen deshalb schneller zu sehen, zum Beispiel in Form von Schlupflidern. Allerdings gibt es Tricks und Treatments, mit denen wir diese wieder abmildern können – oder zumindest kaschieren.
Vorbeugen
Auch wenn manche Beautykampagne es verspricht – hängende Lider lassen sich nicht mehr straffcremen. Die Investition in eine Augencreme lohnt sich aber trotzdem, vor allem um vorzubeugen. Da die Partie außerdem mit weniger Talgdrüsen ausgestattet ist, braucht die Haut hier mehr Fett und Feuchtigkeit als das restliche Gesicht. «Cremes, zum Beispiel mit Hyaluronsäure, befeuchten die Haut und lassen sie resistenter gegen Umwelteinflüsse und die Schwerkraft werden», erklärt Dr. Caroline Kim, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit Praxis in München. «Abends würde ich eine leichte Retinol-Augencreme empfehlen, die den Kollagenaufbau unterstützt.» Und: Tagsüber den Sonnenschutz nicht vergessen. Falls der in Ihren Augen brennt, versuchen Sie es doch mit extra dafür formulierten Cremes, etwa von Ultrasun oder Isdin.
Extra-Tipp
Wer mit dem Kopf leicht erhöht auf dem Rücken statt auf der Seite oder dem Bauch schläft, unterstützt den Lymphfluss und beugt geschwollenen Lidern vor. Auch Knitterfältchen lassen sich so vermeiden.

Schlupflider wegschminken
Ist die Lidfalte schon etwas nach unten gerutscht, lässt sich diese mit Make-up optisch wieder anheben. Wie das geht? Indem genau über der Lidfalte eine neue schattiert wird. «Wer darin ungeübt ist, benutzt einen Löffel als Schablone», erklärt Make-up-Artist Boris Entrup. «Diesen auf das geöffnete Lid legen. Und zwar so, dass die obere Kante auf der aktuellen Falte aufliegt. Nun matten dunkelbraunen oder -grauen Lidschatten mit einem Lidschattenpinsel mit rundem Ende aufnehmen und damit die gebogene Kante des Löffels entlangfahren. Anschließend so verblenden, dass das Schlupflid im Schatten verschwindet. Dann einen hellen, glänzenden Lidschatten mittig auf das Oberlid geben, wieder verblenden.» Farbüberschüsse mit einem trockenen Wattestäbchen aufnehmen.
Extra-Tipp
Damit Augen-Make-up am Platz bleibt, vorher eine Base auf das gesamte Lid geben. Auf wasserfeste Mascara setzen, das Auge nach dem Tuschen etwa 30 Sekunden geschlossen halten.
Kleben
Tatsächlich geht das ziemlich einfach. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von kleinen Aufklebern, extra entwickelt, um Schlupflider wegzumogeln. «Sie sollten wirklich hauchdünn sein», erklärt Make-up-Artist Entrup. «Außerdem finde ich die Sticker am angenehmsten, die zuvor kurz angefeuchtet werden müssen. Man spürt sie wirklich kaum und sie reizen die empfindliche Region nicht.» Diese angefeuchteten Aufkleber werden dann in der Lidfalte angebracht. Bei einigen Produkten hält das sogar über Nacht, während wir schlafen.
Extra-Tipp
Falls Sie nicht wissen, welche Größe für Sie am besten passt, können Sie Sets mit verschiedenen Stickern zum Ausprobieren bestellen. Die Augen erst schminken, dann die Sticker darüber kleben.
Spritzen und Lasern
Ihre Schlupflider stören Sie sehr, sind aber noch nicht zu ausgeprägt? Dann können minimalinvasive Treatments das Richtige für Sie sein, also Behandlungen ohne Skalpell. Mit Botox lassen sich abgesunkene Augenbrauen anheben, was die Partie insgesamt liftet (ca. 350 Euro). «Moderne Behandlungen mit Radiofrequenz-Energie, etwa Tentherma, stimulieren durch präzises Setzen von Wärmeenergie ohne Nadeln die Fibroblasten in den tieferen Hautschichten und festigen so das Bindegewebe. Mit einer CO₂-Laserbehandlung lässt sich überschüssige Haut sogar schrumpfen – sie verringert sich leicht», führt die Chirurgin Dr. Kim aus. «Bei einem Überschuss von mehr als einem Zentimeter Breite braucht es aber die OP.» Während es bei der Radiofrequenz-Behandlung (ca. 800 Euro) keine Ausfallzeit gibt, dauert es beim Laser (ca. 900 Euro) bis zu zwei Wochen, bis alles verheilt ist. Dieser brennt kleine Wundkanäle in die Haut.
Gut zu wissen
Bis zum Endergebnis dauert es nach Laser- oder Radiofrequenz-Treatments bis zu drei Monate. Das straffende Kollagen muss erst gebildet werden.

Wegschnippeln
Ist Ihr Schlupflid ausgeprägter, schränkt es vielleicht sogar Ihr Sichtfeld ein? Dagegen hilft eine Oberlidstraffung. Diese ambulante Operation gehört zu den häufigsten ästhetischen Eingriffen. «Vor der OP wird der Hautüberschuss genau ausgemessen und eingezeichnet. Anschließend entfernen wir ihn und manchmal auch ein wenig Fettgewebe im Augeninnenwinkel. Der Patient ist dabei örtlich betäubt und im Dämmerschlaf», so Dr. Kim. «Da jede Anatomie anders ist, sollte sich der Chirurg Zeit nehmen, vorher die Proportionen genau zu analysieren und so fein und schonend wie möglich zu operieren. Wichtig ist, dass nichts vom Muskel weggenommen wird und die neue Lidfalte nicht zu hoch sitzt. Sonst lässt das die Augen runder und unnatürlicher aussehen.»
Übliche Nebenwirkungen sind Schwellungen und leichte Hämatome. «Seit unsere Patienten vor der Operation meist Tranexamsäure bekommen, bilden sich aber kaum noch blaue Flecken», so Dr. Kim. «Das Medikament unterstützt die Blutgerinnung.» Schmerzen spüren die meisten Menschen kaum nach der OP. Seltene Komplikationen: Einblutungen, eine instabile Naht oder, bei falscher Planung, dass das Auge nicht mehr gut schließen kann. Auch trockene Augen können nach der Operation vorübergehend auftreten.
Etwa 3500 Euro kostet eine Oberlidstraffung. In manchen Fällen übernehmen aber die privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten (oder zumindest einen Teil davon).
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