Tobey Maguire traut Ex-Frau: Warum es okay ist, dem Ex-Partner die Pest an den Hals zu wünschen

Dass man nach einer Trennung weiterhin befreundet bleibt, schon wegen der Kinder? Geschenkt. Dass man auch weiterhin zusammen Urlaub macht? Geschmacksache. Wer sich jedoch drei Wochen nach der Scheidung von seinem Ex-Mann vermählen lässt, hat den Schuss nicht gehört, findet unsere Autorin. 

Man muss sich das mal vorstellen: Deine Scheidung ist gerade mal drei Wochen rechtskräftig, deine nächste Hochzeit steht an – und du fragst ausgerechnet deinen Ex-Mann, ob er nicht Lust hätte, dich zu vermählen. An genau demselben Ort, an dem ihr euch einst das Ja-Wort gegeben habt. Stichwort: kurzer Dienstweg. 

Kurzer Dienstweg: Er kennt mich halt am besten 

Warum eigentlich nicht? Dachte sich scheinbar die amerikanische Schmuckdesignerin Jennifer Meyer, 49. Am Samstag heiratete sie den Geschäftsmann Geoffrey Ogunlesi im Four Seasons Resort Lanai auf Hawaii. Unter den Gäst:innen waren Leonardo DiCaprio, Courteney Cox und Jeff Bezos. Die Trauung leitete ein Mann, der das Ganze schon mal mit ihr durch gespielt hat: Hollywoodstar Tobey Maguire, 51. Er war neun Jahre lang mit der Braut verheiratet. 2007 gaben sich die beiden – ebenfalls auf Hawaii – das Jawort. Auch ihre beiden Kinder (19 und 17) waren diesmal anwesend. 

Offiziell geschieden sind Maguire und Meyer erst seit dem 21. September – das ist gerade mal drei Wochen her. Und ich bin ehrlich: So langsam erreicht Concious Uncoupling ein Level, dass ich nicht mehr nachvollziehen kann. 

Ist heute niemand mehr wütend, eifersüchtig oder verletzt? 

Dass Annemarie und Wayne Carpendale nach ihrer Trennung noch zusammen wohnen und weiter ihre Eheringe tragen? Meinetwegen. Dass Sarah Connor und Florian Fischer zwar «kein klassisches Paar mehr» sind, aber trotzdem noch miteinander schlafen? Progressiv. Dass sich Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer nach der Trennung öffentlich mit Zuckerguss überschütten? Typisch. 

Ich gebe es zu – auch ich bin mit einem Ex-Freund eng befreundet. Einem anderen habe ich zum Abschied aber auch schon mal einen verdorbenen Fisch in den Briefkasten gesteckt. Nie und nimmer würde ich einen von ihnen dazu nötigen, meine Traurede zu halten. Ich meine: Geht’s noch?! Das grenzt für mich schon fast an Sadomasochismus … Ist heute niemand mehr verletzt oder eifersüchtig? Sind diese Gefühle out? Hat sich unsere Spezies so enorm weiterentwickelt, dass wir darüber hinweg sind? Oder haben wir schlichtweg unsere Leidenschaft verloren?

«Tobey ist ein unglaublicher Ex-Ehemann!»

Braut Jennifer Meyer jedenfalls schwärmt: «Wir verreisen immer alle zusammen. Wir verbringen jeden Urlaub gemeinsam. Wir feiern jeden Geburtstag alle zusammen.» Tobey sei «ein unglaublicher Ex-Ehemann», Geoff (ihr Neuer) liebe ihn, und er liebe Geoff. 

Bleibt zu hoffen, dass Tobey nicht auch noch mit dem frisch vermählten Paar die Hochzeitsnacht verbracht hat. 

Der klassische Rosenkrieg scheint jedenfalls aus der Mode gekommen zu sein. Gefühlt niemand zerkratzt mehr Autos, niemand redet mehr schlecht über Ex-Partner:innen (außer Oliver Pocher). Veronica Ferres, 61, und Carsten Maschmeyer, 67, verkündeten nach 18 Jahren die Trennung per Instagram: Aus Liebe sei «tiefe, vertrauensvolle Freundschaft» geworden. Annemarie und Wayne Carpendale posteten: «Wir sind glücklich. Wir leben unter einem Dach. Wir sind gerade nicht zusammen.» Orlando Bloom empfindet «nichts als Liebe» für Katy Perry. Scheidung als Erfolgsstory. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Scheidung als Erfolgsstory

Klar, das ist erwachsen und für die Kinder bestimmt super. Trotzdem fände ich es erfrischend, wenn mal wieder jemand sagen würde: «Boah, bin ich froh, dass ich DEN oder DIE los bin!» Das ist völlig in Ordnung und passiert den Besten. Eine Studie der Oakland University legt zudem nahe, dass Menschen mit stärker ausgeprägten dunklen Persönlichkeitsmerkmalen (Narzissmus, Psychopathie) etwas häufiger mit Ex-Partner:innen befreundet bleiben. 

Mehr Krise, weniger Rosenkrieg? 

Gwyneth Paltrow machte Conscious Uncoupling (zu Dt. «freundschaftliches Entpartnern») 2014 mit der Trennung von Chris Martin weltbekannt. Tja, und heute? Ist der Ex eben nicht mehr nur ein gern gesehener Gast auf der nächsten Hochzeit – sondern gleich Zeremonienmeister. Ob Maguire seine Ex-Frau auch noch zum Altar geführt hat, nach dem Motto: «So, nun übernimm du mal, ich kann dir nachher an der Bar auch noch ein paar Tipps aus neun Jahren Ehe mitgeben», ist nicht bekannt. 

Vielleicht liegt’s an der Weltlage. Putin, AfD, Inflation, Klimakrise: Wer hat da noch Kraft für einen Rosenkrieg? Die meisten sparen sich die Energie, rücken zusammen und arrangieren sich. In diesem Fall auf Hawaii. Gibt Schlimmeres. 

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