Statt Candle-Light-Dinner gemeinsam Wäsche waschen? Warum sogenannte «Choremance»-Dates gerade immer beliebter werden.
Liebe soll leicht sein – und niemals zur Pflicht werden. So lautet eine der bekanntesten Beziehungsweisheiten. Ein neuer Datingtrend sagt genau das Gegenteil. Beim Choremancing geht es darum, alltägliche Aufgaben, die oft sogar lästig sind, als Date umfunktionieren. Der Begriff setzt sich aus «Chores» (Erledigungen) und «Romance» (Romantik) zusammen – und beschreibt damit ziemlich treffend, worum es geht: Romantik in den Alltag zu integrieren.
Das steckt hinter dem Trend
Bei lieblicher Musik und Candle Light zusammen die Wäsche abhängen? Das hört sich zugegebenermaßen nach einem schlechten Witz an. Beim Date etwas zu tun, das sowieso erledigt werden muss, entspricht nicht dem klassischen Bild von Romantik, kann aber Vorteile haben.
Wenn die Schmetterlinge nicht mehr ganz so wild flattern und der Alltag von Arbeit, Haushalt und Verpflichtungen bestimmt wird, bleibt für klassische Dates oft kaum Raum. Choremancing setzt genau hier an: Statt Zweisamkeit auf später zu verschieben oder seltene, aufwendige Abende zu planen, wird sie einfach in den Alltag integriert.
Auch bei ersten Dates beliebt
Nicht nur Paare profitieren davon. Auch beim Dating wird Choremancing immer beliebter. Viele Singles haben genug von überinszenierten ersten Treffen: teure Menüs, steife Gespräche und dem Gefühl, sich beweisen zu müssen. Stattdessen verabreden sie sich lieber zu etwas Alltäglichem – gehen gemeinsam einkaufen, spazieren mit dem Hund oder bauen zusammen das neue Ikea-Regal auf.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Wer gemeinsam durch den Supermarkt schlendert, auf der Suche nach der perfekten Avocado oder dem leckersten Brotaufstrich, nimmt automatisch Druck aus der Situation. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht ausschließlich auf das Gegenüber, sondern auf eine gemeinsame Mission – und genau das macht Begegnungen authentischer.
Der vielleicht ehrlichste Kompatibilitätstest
Die neue Form des Kennenlernens schont nicht nur den Geldbeutel, sondern zeigt, wie der oder die andere im echten Leben tickt. Bei alltäglichen Aktivitäten lernen wir schneller das wahre Wesen eines Menschen kennen. Ist die Person hilfsbereit, wird sie schnell ungeduldig, wenn etwas nicht klappt? Und vor allem: Was er oder sie kauft! Dosenbier und Fertigburger oder alles Bio und dazu Rabattcodes und Punkte sammeln?
Gerade diese unscheinbaren kleinen Momente sagen mehr aus als ein perfekt geplantes Dinner. Schließlich besteht auch eine Partnerschaft später nicht nur aus Urlauben und großen Gefühlen, sondern vor allem aus den leisen, alltäglichen Situationen – zwischen Wäscheberg und Wocheneinkauf. Wer es schafft, genau diese Aufgaben gemeinsam nicht nur zu bewältigen, sondern zu genießen, hat beste Voraussetzungen für eine stabile Beziehung.
So bringst du den Trend in dein Leben
Wie man ein Choremance-Date plant? Ganz unkompliziert. Schau dir deine To-do-Liste an: Gibt es darauf Dinge, die man gut gemeinsam erledigen kann und die zusammen mehr Spaß machen als allein? Vielleicht suchst du noch ein Geburtstagsgeschenk für einen Bekannten oder wolltest schon immer mal deine Wohnzimmerwand streichen?
Betrachte die Aufgabe dann als kleines gemeinsames Projekt. Ich erledige beispielsweise fast jeden Samstag mit meinem Partner den Wocheneinkauf. Obwohl ich einkaufen gehen früher gar nicht mochte, insbesondere das Schleppen der schweren Tüten. Zu zweit ist das deutlich angenehmer. Mittlerweile freue ich mich sogar darauf, weil wir danach immer noch einen Kaffee in unserem Lieblingscafé um die Ecke trinken.
Natürlich geht es nicht darum, dass Dates nur noch aus Hausarbeit und Erledigungen bestehen sollten – Abwechslung ist der Schlüssel zum Glück. Aber Choremancing gibt uns die Chance, in bestehenden Beziehungen mehr Quality-Time einzubauen und bei ersten Dates herauszufinden, ob wir jemanden an unserer Seite haben, der das ganz normale, manchmal anstrengende Leben mit uns teilen möchte.
Also: Schnapp dir deinen Schatz (oder dein neues Date) und ab in den Waschsalon – Ross und Rachel aus «Friends» haben uns schließlich schon vorgemacht, wie man beim Wäschefalten die Funken fliegen lassen kann.
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