Zwischen Sprachnachrichten, Catch-up-Calls und seltenen Treffen: Wie schafft man es, Freundschaften auf Distanz wirklich zu pflegen?
Wer mal ein Auslandssemester gemacht hat, in einer anderen Stadt studiert hat oder aus anderen Gründen umgezogen ist, weiß vermutlich, wie es sich anfühlt, eine Freundschaft auf Distanz zu führen. Im Alltag fällt es oft schwer, den Kontakt zu Freund:innen zu pflegen. Vor allem, wenn einen unzählige Kilometer und Landesgrenzen trennen. Long-Distance-Freundschaften sind alles andere als easy.
Freundschaft auf Distanz – das geht!
Ich weiß, wovon ich spreche: Meine beste Freundin wohnt in Köln. Immerhin befinden wir uns innerhalb einer Landesgrenze und teilen dieselbe Zeitzone. Trotzdem schaffen wir es nicht, uns regelmäßiger als einmal im Jahr zu sehen. Wenn überhaupt! Dazwischen: Catch-up-Calls, lange WhatsApp-Updates und Sprachnachrichten.
Es beläuft sich im Trubel der Lebensmitte eher auf Maintenance, statt neue Erlebnisse und gemeinsame Momente zu kreieren. By the way: Das Phänomen hat mittlerweile sogar einen Namen: Catch-up-Culture. Und meint eigentlich genau das oben Beschriebene: Wir nehmen nicht mehr aktiv am Leben der anderen Person teil, sondern berichten uns danach davon.
«Voll schade!», haben wir uns irgendwann gedacht und nach Möglichkeiten gesucht, trotz Entfernung aktiver am Leben der anderen teilzunehmen. Hier kommen unsere Freundschaftstipps:
4 Tipps, wie ihr Long-Distance-Freundschaften pflegt
1. Visuelles Tagebuch
Statt ellenlanger Textnachrichten (wir sind beide keine Tipper) schicken wir uns am Sonntag Fotos, die wir im Laufe der Woche aufgenommen haben. Das müssen weder spektakuläre Fotografien sein, noch perfekt inszenierte Momente. Schaut einfach in der Fotogalerie nach: Der Sonnenaufgang auf dem Weg zur Arbeit, ein leckeres Essen oder ein Selfie beim Sport, reichen vollkommen aus. Gerade diese kleinen Alltagsmomente schaffen Nähe.
2. Spontane Anrufe
Lang geplante Telefondates, in denen man sich gegenseitig updatet, sind zwar super, um in Kontakt zu bleiben, nehmen aber die Spontanität. Wie oft habe ich mich schon geärgert an einem sonnigen Tag drinnen zu hocken, weil ich einen Zoom Call verabredet hatte. Um diese starre Planung ein wenig zu umgehen, rufen meine beste Freundin und ich uns öfter spontan an – manchmal passt es gerade, manchmal nicht. Das ist egal. Und auch wenn wir dann nur zehn Minuten sprechen, ist das besser als nichts.
3. Dates, die über Austausch hinausgehen
Es gibt einige Dinge, die man «zusammen» trotz räumlicher Trennung unternehmen kann. Wir sind beispielsweise immer mittwochs zum «Bachelor» schauen verabredet, entweder über Facetime, oder jede schaut für sich und wir quatschen dann danach. Andere Ideen wären: eine Serie zu schauen, über die man sich austauschen kann, eine gemeinsame Playlist zu starten, zu der man regelmäßig Songs hinzufügt, oder an derselben Online-Workout-Class teilzunehmen. Bonus: Das schafft Gesprächsstoff neben klassischen Life-Updates.
4. Conversation-Starter-Karten
Bei Freundschaften auf Distanz fehlt oft der Raum für tiefere Gespräche. Wenn man sich selten sieht, landet man schnell wieder bei organisatorischen Updates und Wochen-Zusammenfassungen. Um das zu durchbrechen, ziehen wir einmal im Monat an einem festen Tag eine Fragekarte – solche Kartensets kann man online bestellen. Dann schicken wir uns ein Foto der Karte und beantworten die Frage per Sprachnachricht. Ich freue mich jedes Mal darauf.
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