Das Leben kann ganz schön stressig sein und Abschalten fällt oft schwer. Zum Glück kann man Gelassenheit lernen – diese Tipps für mehr innere Ruhe haben mir dabei geholfen.
Der Stress und ich – das ist eine ziemlich komplizierte Beziehung. Kurzfristig kann mich etwas Stress unter genau den richtigen Druck setzen, um eine Aufgabe gut und auch pünktlich zu erledigen. Bleibt der Stress aber dauerhaft, habe ich eher das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst und ich weiß kaum noch, womit ich überhaupt anfangen soll. Das dagegen gern gepriesene Heilmittel heißt Gelassenheit. Und ironischerweise war schon mein Konfirmationsspruch im Teenageralter: «Gehe stets gelassen.» Wenn das nur so einfach getan wie gesagt wäre!
Was ist eigentlich Gelassenheit?
Im Grunde ist Gelassenheit die Fähigkeit, auf die eigene innere Haltung Einfluss zu nehmen und diese auf generelle Ruhe umzustellen – und zwar in jeder Situation. Egal wie hektisch es um einen herum ist – wer wirklich innerlich gelassen ist, lässt Stress und Sorgen ganz einfach an sich abprallen. Am leichtesten fällt das meist generell optimistischen Menschen. Gelassenheit lernen kann aber jeder.
Wie kann ich Gelassenheit lernen?
Zum Glück für mich muss man nicht direkt in ein abgeschiedenes Kloster wandern und von Mönchen oder Ordensschwestern lernen, wie Gelassenheit funktioniert. Das wäre sogar eher kontraproduktiv – denn um innere Gelassenheit trainieren zu können, müssen wir ja erst in Situationen geraten, in denen wir Stress ausgesetzt sind. Und unser Alltag bietet dafür jede Menge Gelegenheiten.
Was stresst mich?
Ratgeber empfehlen, erst einmal herauszufinden, was einen stresst. Dazu fertigt man einfach eine Liste an – ohne sich selbst zu belügen. Eine halbe Stunde habe ich über dem Papier gegrübelt. Und kam zu dem Ergebnis: Kleine Alltagsärgerlichkeiten wie einen verpassten Bus oder das Missverständnis mit einer Freundin kann ich bereits recht gelassen hinnehmen. Familiär musste ich in den letzten Jahren allerdings einige schwere Schicksalsschläge verkraften, mit denen ich teilweise bis heute kämpfe. Und so sehr ich meinen Job als Teamleiterin in der Redaktion auch mag – dass er immer wieder mit sehr stressigen Phasen einhergeht, ist klar.
Bye Bye Angst und Unruhe: Diese Tipps haben mir geholfen, gelassener zu werden
Wenn wir wissen, was uns stresst, können wir auch lernen, den jeweiligen Stressoren ruhig entgegenzutreten. Die Tipps, die mir wirklich geholfen haben, verrate ich hier:
1. Atme durch
Im Netflix-Hit «Achtsam morden» ist der Entspannungstipp Nr. 1 von Hauptfigur und Mafiaanwalt Björn Diemel: Erstmal tief durchatmen! Egal, ob er einen hitzigen Mandanten beraten oder dessen Überreste durch den Häcksler jagen muss. Recht hat er damit, denn unsere Atmung beeinflusst den Stresslevel und damit unsere Gelassenheit massiv. Unter Stress tendieren wir dazu, flacher zu atmen, was den Körper nochmal weiter stresst.
Hast du eine Stresssituation erfasst – und das kann im Kleinen natürlich auch einfach ein zu voller Schreibtisch sein – stellst du dich aufrecht hin, hebst das Kinn und schiebst die Brust vor. Die Schultern hängen locker nach unten. Dann atme fünfmal tief in die Nase ein – am besten zuerst in den Bauch- und dann in den Brustraum –, dann atmest du durch den Mund wieder aus. Diese Atmung versetzt den Körper automatisch in einen entspannten Zustand und ermöglicht es dir, wieder gelassen zu werden. Es ist eine kleine Übung, die mir selbst aber sehr dabei hilft, mich zu erden und auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Oder wie Björn Diemel wohl sagen würde: Wenn ich eine Aufgabe mache, mache ich eine Aufgabe. Eine. Und nicht noch drei weitere nebenher.
2. Entspanne deinen Körper
Das klingt vermutlich im ersten Moment seltsam, da Gelassenheit ja eher mit der inneren Haltung zu tun hat. Aber: Wer körperlich angespannt ist, dem fällt es wesentlich schwerer, innerlich entspannt zu sein. Deshalb ist es eine gute Idee, zuerst die äußere Anspannung, die sich bei mir meist durch Blockaden und Verspannungen zeigt, loszuwerden – mithilfe von Entspannungstechniken, Massagen zum Beispiel. Tatsächlich fühle ich mich nach einem Besuch bei der Thai-Massage immer körperlich besser und mental gelöster. Und ein entspannter Geist ermöglicht es, uns mit unserer inneren Haltung zu befassen.
3. Entscheide dich gegen den Stress
Egal, welche Dinge auch stressig erscheinen mögen – die einzige Person, die entscheidet, wie du mit dem Stress umgehen wirst, bist du selbst. Wer sich ständig über kleine Ärgernisse aufregt, vergeudet Energie. Halte stattdessen inne und denke darüber nach, ob es sich überhaupt lohnt, verärgert zu sein. Manchmal hilft es, einfach durchzuatmen und den Ärger wegzuschieben. Denn eigentlich entspricht Gelassenheit unserem natürlichen Zustand – manchmal muss man sich nur aktiv dafür entscheiden.
Eine Frage, die mir vor allem bei der Bewältigung meiner persönlichen Schicksalsschläge sehr geholfen hat: Kann ich etwas an der Situation oder deren Folgen ändern? Wenn nicht, versuche ich meine Energie vor allem darauf zu lenken, die Dinge zu akzeptieren und mich auf Positives zu konzentrieren. Das klappt je nach Schwere der Situation natürlich mal mehr und mal weniger gut – aber ich fühle mich mit dieser Herangehensweise weniger ausgeliefert und kann mit meinen eigenen Emotionen besser umgehen. Vielleicht gehe ich also doch schon ein Stück gelassener, als mein Teenie-Ich sich selbst früher zugetraut hätte.
Lesetipps: Hier verraten wir typische Stress-Symptome. Außerdem erklären wir die Progressive Muskelentspannung und wie du eine Wirbelblockade loswirst.
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