Kaum ein Volk versteht so viel von einem langen und gesunden Leben wie die Japaner:innen. Ihre Grundlage dafür? Diese drei japanischen Weisheiten!
Lang leben – aber bitte gesund! Das wünschen wir uns vermutlich alle, aber welches Geheimnis steckt hinter besonderer Langlebigkeit? Expert:innen gehen davon aus, dass die Gene nur zu etwa 50 Prozent bestimmen, wie alt wir werden können. Die andere Hälfte macht die eigene Lebensführung aus, besonders das Bewegungs-, Ernährungs- und Achtsamkeitsverhalten.
Longevity: Auf diese 3 Weisheiten schwört man in Japan
Besonders verinnerlicht haben das die Japaner:innen: Vor allem auf der Inselgruppe Okinawa leben viele gesunde Menschen über 100 – ihr Geheimnis sind diese drei Weisheiten.
1. Hara Hachi Bu
Das Prinzip des Hara Hachi Bu geht, wie man sagt, auf Konfuzius zurück und beschreibt eine ebenso simple wie hilfreiche Ernährungsregel: Iss nur so lange, bis dein Magen zu 80 Prozent gefüllt ist. Damit nimmt man automatisch weniger Kalorien auf. Das Prinzip passt außerdem zum menschlichen Sättigungsgefühl, das in der Regel erst nach etwa 15 bis 20 Minuten einsetzt – unabhängig davon, was oder wie viel bis zu diesem Zeitpunkt gegessen wurde. Wer langsam isst, wird also auch schneller satt.
2. Ikigai
Weißt du, was dir Freude macht und dich mit Leidenschaft erfüllt? Dann lebst du unbewusst bereits das Konzept des Ikigai: Finde Dinge, die deinem Leben einen Sinn verleihen und dich jeden Tag aufs Neue dazu motivieren, aufzustehen. Generell ist Ikigai die Schnittmenge aus diesen vier Fragen:
- Was liebst du?
- Worin bist du gut?
- Was braucht die Welt?
- Wofür kannst du bezahlt werden?
Bist du bereits im Ruhestand oder siehst deinen Lebenssinn nicht in deinem Job, kannst du die letzte Frage aber auch weglassen. Alternativ kannst du dir die Frage stellen, warum du an diesem Tag tust, was du tust. Führst du dir dein Ikigai tagtäglich vor Augen, wirst du ausgeglichener und kannst Stress reduzieren.
3. Moai
Menschen sind bekanntlich soziale Wesen. Der japanische Begriff Moai schließt daran an – er beschreibt eine kleine feste Freundesgruppe von etwa fünf bis acht Personen, die sich umeinander kümmert und füreinander einsteht, egal, welche Herausforderungen im Leben warten. Studien belegen, dass solche sozialen Beziehungen entscheidend dazu beitragen können, die geistige Gesundheit zu erhalten.
Auch die generelle Zufriedenheit mit dem eigenen Leben hängt maßgeblich von sozialen Kontakten ab und wirkt sich im höheren Alter positiv auf die Lebensspanne aus. In der Studie «Hohes Leben im Alter in Deutschland» des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend steht beispielsweise dazu: «Eine gute soziale Einbindung im sehr hohen Alter ist mit einer höheren Zufriedenheit verknüpft, mit höherem Wohlbefinden, mehr erlebter Autonomie, einer stärkeren Verbundenheit mit dem Leben sowie einer höheren Wertschätzung, die sie in der Gesellschaft wahrnehmen.»
Quellen
- Menschen ab 80 Jahren sind mit ihrer Lebensqualität weitgehend zufrieden, www.bmbfsfj.bund.de, zuletzt abgerufen am 4. August 2026
- Soziale Kontakte schützen das Gehirn im Alter, www.donau-uni.ac.at, zuletzt abgerufen am 4. August 2026
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