In Zeiten von Kriegen, dem Klimawandel und einer schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es manchmal alles andere als leicht, positiv in die Zukunft zu blicken. Wir sollten es aber versuchen. Vier Psycholog:innen verraten, wie uns das gelingen kann – ohne die Realität zu verklären.
Manche Menschen legen einen wahrlich bewundernswerten Optimismus an den Tag. Egal, wie düster die Aussichten sind – sie bleiben positiv gestimmt. Diese Hoffnungstalente fallen uns in den aktuellen Zeiten besonders auf, denn die Weltlage lädt nicht unbedingt dazu ein, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Allerdings hilft es uns – und der Welt – natürlich auch nicht, wenn wir immer mit dem Schlimmsten rechnen. Es lohnt sich also durchaus, unseren Optimismus-Muskel zu trainieren. Aber wie kann das gelingen? Wie schaffen wir es, die Hoffnung nicht zu verlieren?
Vier Psycholog:innen verraten auf «Oprah Daily» ihre besten Strategien, um positiv zu bleiben – auch wenn es um uns herum düster aussieht.
Diese Tipps helfen dir, auch in harten Zeiten optimistisch zu bleiben
1. Uns der Möglichkeiten bewusst werden
Matt Sosnowsky ist Therapeut und empfiehlt die sogenannte Wunderfrage. Die Methode wird in verschiedenen Therapieformen eingesetzt und motiviert uns, uns vorzustellen, welche positiven Entwicklungen eine Situation nehmen könnte. Dabei fragen wir uns: «Angenommen, heute Nacht, während ich schlafe, geschieht ein Wunder. Wenn ich aufwache, welche Dinge würden mir zeigen, dass das Leben plötzlich besser geworden ist?»
«Das kann uns helfen, den skeptischen, festgefahrenen Teil des Gehirns auszuschalten», erklärt Matt Sosnowsky. «Es verbindet uns mit dem, was wir im Leben am meisten schätzen, und hilft uns, diese Dinge zu definieren.»
2. Einen Plan machen
Eine weitere hilfreiche Strategie ist das sogenannte Goal-Mapping. Die klinische Psychologin Dr. Jennifer Cheavens nutzt diese Technik häufig in ihrer Praxis und motiviert ihre Patient:innen, auf einem Blatt Papier unten ihren Ist-Zustand zu benennen, ganz oben ihre Zielvorstellung und dazwischen verschiedene Wege, wie sie dieses Ziel erreichen können. Das Gute daran: Mögliche Fallstricke und Herausforderungen werden so ganz natürlich Teil des Weges – und wir erarbeiten direkt mögliche Lösungen dafür.
3. Uns mit den richtigen Menschen umgeben
Wenn wir uns ausschließlich mit Menschen mit sehr negativem Blick austauschen, wird es vermutlich nicht so leicht, selbst hoffnungsvoller zu werden. Aber: «Hoffnung ist ansteckend», sagt die Psychologin Dr. Jacqueline Mattis. Wir können also nicht nur die Negativität unserer Mitmenschen aufsaugen wie ein Schwamm – sondern auch die Positivität. Mattis empfiehlt deshalb, uns bewusst einen «Hope Circle», einen «Hoffnungszirkel», zu suchen oder aufzubauen. Also Menschen, die uns guttun und mit denen wir gemeinsam optimistisch in die Zukunft blicken können.
«Für mich ist meine Familie mein Hoffnungszirkel», teilt die Psychologin. «Wir erinnern einander an unsere Familiengeschichten. Mein Urururgroßvater war versklavt, nach einem Leben voller Mühen kaufte er sich die Freiheit und befreite dann seine Kinder. Wenn er das konnte – was können wir erreichen?»
4. Bewusst das Gute suchen
Das Smartphone ist eine wunderbare Erfindung, die uns das Leben in vielerlei Hinsicht erleichtert. Leider fördert die Tatsache, dass wir 24 Stunden am Tag Zugriff auf das gesamte Internet haben, auch negative Gewohnheiten – etwa Doomscrolling.
Die Psychologin Dr. Megan Edwards rät, dieses ständige Scrollen durch Inhalte, die uns schlicht nicht guttun, immer mal wieder zu unterbrechen. «Ich folge bewusst Quellen, die gute Nachrichten und positive Informationen teilen», sagt Edwards. Wenn wir unser Gehirn weniger mit Negativem und mehr mit Positivem füttern, ist es leichter, mit einer gesunden Portion Optimismus auf die Welt zu blicken.
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