"Operation 66": Ist diese Fitness-Challenge der Schlüssel für ein langes Leben?

Viele Wellness-Challenges setzen unrealistische Ziele und wollen zu schnell zu viel erreichen. Die «Operation 66» hat einen anderen Fokus: nämlich Flexibilität und langfristige Gewohnheiten. Wie umsetzbar ist diese Strategie?

Genug trinken, gesund essen, uns ausreichend bewegen, nicht zu viel Zeit am Smartphone: Eigentlich wissen wir, was uns guttut und was nicht. Das Problem ist eher, das Ganze dauerhaft umzusetzen. So viele Routinen, so viele gute Gewohnheiten – wer schafft es da schon, immer am Ball zu bleiben? Die «Operation 66» will genau dieses Problem jetzt ganz einfach für uns lösen.

«Operation 66»: Das steckt hinter dem Trend 

Entwickelt hat das Konzept die Social-Media-Creatorin Angelina Nicolle, die auf Instagram und TikTok Tipps für ein gesundes Leben gibt. Der Grundgedanke: «Studien konnten zeigen, dass es etwa 66 Tage dauert, bis wir eine Gewohnheit als automatisch verinnerlichen», erklärt Nicolle auf ihrem TikTok-Kanal. «Das Ziel ist, dass nach dem Ende der Challenge diese sechs Gewohnheiten fest in deinem Alltag verankert sind.»

Die Regeln für die «Operation 66»:

  • Trinke gleich morgens nach dem Aufstehen einen halben Liter Wasser.
  • Vermeide in der ersten und der letzten Stunde deines Tages soziale Medien oder Bildschirmzeit.
  • Bewege dich jeden Tag 60 Minuten lang (jede Art von Bewegung, die dir Spaß macht, – auch Spazierengehen zählt).
  • Widme jeden Tag 60 Minuten einem persönlichen Ziel oder Hobby (etwas außerhalb von Schule/Studium oder Beruf).
  • Mache jeden Tag zehn Minuten lang Dehnübungen.
  • Ernähre dich nach der 90/10-Regel: 90 Prozent deiner Ernährung bestehen aus vollwertigen, unverarbeiteten Lebensmitteln, die übrigen zehn Prozent kannst du dir gönnen, was du möchtest (einschließlich Alkohol).

Ist die «Operation 66» wirklich alltagstauglich?

So weit, so simpel. Einige dieser gesunden Gewohnheiten lassen sich vermutlich recht einfach in den Alltag integrieren, etwa das Trinken eines halben Liters Wasser morgens. Für ein paar andere der Regeln müssen wir erst einmal die Zeit finden – zum Beispiel 60 Minuten Bewegung pro Tag PLUS 60 Minuten für ein Hobby oder ein persönliches Projekt. Das sind schon mal zwei Stunden am Tag, die viele Menschen neben Erwerbs- und Carearbeit gar nicht übrig haben.

Angelina Nicolle ist allerdings überzeugt, dass jede Person ihre «Operation 66» umsetzen beziehungsweise für sich individuell anpassen kann. «Die Bewegung kann jede Art von Training sein, die dir Spaß macht. Deine Ernährung kann so gestaltet sein, wie sie am besten zu dir passt. Und du kannst dich auf jedes Ziel oder Hobby konzentrieren, das du dir aussuchst», erklärt die Expertin. Und wenn wir mal einen Tag – oder auch zwei – aussetzen, können wir am nächsten Tag einfach wieder einsteigen.

Im Grunde erfindet die «Operation 66» das Rad für ein gesundes Leben nicht neu, sie fasst nur sehr simpel und mit recht viel Flexibilität zusammen, wie wir uns verhalten sollten, um langfristig gesund und fit zu bleiben. Allerdings geht die Erfinderin Angelina Nicolle dabei ein wenig mit Scheuklappen von ihrem Leben als Content-Creatorin aus, in dem sie sehr frei in der Einteilung ihrer Zeit ist.

Aber da das Konzept an sich so flexibel ist, können wir es ja einfach noch ein bisschen mehr an unser Leben anpassen: Statt 60 Minuten Bewegung tut es vielleicht an einigen Tagen auch nur ein 20-minütiger Spaziergang. Und wer keine Stunde für sein kreatives Hobby hat, liest womöglich einfach 15 Minuten vor dem Schlafengehen. Denn letztlich tut uns jede Minute dieser Gewohnheiten gut – auch wenn wir damit vielleicht Angelina Nicolles hohen Influencerinnen-Ansprüchen nicht ganz genügen.

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