Beim Joggen versuchen wir möglichst auf unnötiges Gepäck zu verzichten – oft kommen nur Kopfhörer in die Ohren, das Handy und der Haustürschlüssel in die Hand und los geht’s. Doch Vorsicht: eines dieser Dinge sollten wir ab jetzt lieber sein lassen.
Viele Menschen benutzen ihr Handy beim Laufen, um die Strecke und ihre Geschwindigkeit zu tracken. Um die Uhr im Blick zu behalten. Um erreichbar zu bleiben. Oder auch einfach nur, um Musik zu hören. Es ist nachvollziehbar: das Handy muss mit.
Doch die entscheidende Frage ist: wie? Denn nicht alle Sporthosen haben Taschen, und selbst wenn, fangen die plötzlich an zu rutschen, weil das Handy sie herunterzieht. Einen Rucksack aufsetzen? Dann hüpft der ständig hoch und runter – das nervt auch. Für viele ist es deshalb die einfachste Lösung, ihr Handy einfach in der Hand zu halten. So kann eben zwischendurch auch mal auf eine Nachricht oder die Zeit geschaut werden.
Unterschätzte Auswirkungen
Dass diese Gewohnheit jedoch einen direkten Einfluss auf unser Laufen – und am Ende sogar unsere Gesundheit – hat, ist vielen nicht bewusst. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann erläutert gegenüber «Welt», dass Joggen mit dem Handy in der Hand zu einem unökonomischen, langsameren und ungesünderen Laufstil führen würde, der Schmerzen zur Folge haben könne.
«Das Gerät hat eine Masse von circa 200 Gramm. Die Hand hat etwa ein Gewicht von einem Kilogramm und befindet sich beim Lauf circa 40 Zentimeter von der Körperlängsachse des Läufers entfernt», erklärt der Spezialist für Laufbewegung. «Damit hat die Hand einen Drehwiderstand bei Drehung um die Hochachse des Läufers, der durch das Handy um 20 Prozent beim Armschwung vergrößert wird.»
Etwas simpler ausgedrückt: unsere Armbewegung wird asymmetrisch. Der Drehimpuls der Armbewegung vergrößere sich nämlich um 20 Prozent gegenüber dem Arm ohne Handy.
Verspannungen und Schmerzen als Folgen
Durch das Handy in der Hand würden wir künstlich unsere Lauftechnik und Haltung verändern und uns bei jedem Schritt ungleich belasten. Die Konsequenz: «Eine verkrampfte Handhaltung hat deutliche Auswirkungen auf die Schulter und Nackenmuskulatur und infolge auf die gesamten Rumpf- und vor allem Rückenmuskeln», so der Experte. Oft führe eine verkrampfte Handhaltung und Armführung zu Problemen im Schulterbereich, an der Brustwirbelsäule und am Übergang zur Lendenwirbelsäule.
Und was wäre besser?
Gegenüber «Welt» empfiehlt Brüggemann stattdessen, die Hände beim Joggen ganz entspannt als Verlängerung des Unterarms zu halten, leicht zu öffnen und einen lockeren Armschwung zu haben. Wenn das Handy unbedingt mit soll, dann sei es am besten nah am Körper aufgehoben – zum Beispiel mit einer kleinen Oberarm- oder Beckentasche.
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