Studie: Diese Gewohnheit hält dein Gehirn bis ins späte Alter geistig fit

Die aktuelle Forschung zeigt, wie gut es uns – vor allem im hohen Alter – tun kann, wenn wir mit der modernen Technik Schritt halten. Besonders unser Gehirn profitiert davon.

Smartphones und Co. haben nicht unbedingt einen guten Ruf: Wir verbringen zu viel Zeit mit Scrollen, und unsere Aufmerksamkeitsspanne verschlechtert sich durch die vielen kurzen Videos, die wir auf Social Media konsumieren. Eine aktuelle Meta-Analyse diverser Studien zeigt aber nun, dass ältere Menschen sogar davon profitieren können, wenn sie moderne Technologien nutzen: Ihr Gehirn altert nämlich offenbar langsamer.

Meta-Analyse von 57 Studien zur Techniknutzung und kognitiver Leistung im Alter

Die Neurowissenschaftler Jared Benge und Michael Scullin aus dem US-Bundesstaat Texas haben für ihre Arbeit die Ergebnisse von insgesamt 57 Studien ausgewertet und miteinander verglichen. Diese beruhten auf Daten von mehr als 400.000 älteren Proband:innen. Die Meta-Analyse zeigte: Wer auch im fortgeschrittenen Alter keine Angst vor Smartphone, Laptop und Co. zeigt, hat eine nur halb so große Wahrscheinlichkeit für kognitive Probleme im Alter wie Menschen, die keine großen Berührungspunkte mit moderner Technik haben.

Um diese Effekte zu überprüfen, rechneten die Studienautoren andere potenzielle Einflussfaktoren wie den sozioökonomischen Status, die Bildung, den Gesundheitszustand sowie die soziale Unterstützung der Personen heraus. Allerdings können die Wissenschaftler nicht ausschließen, dass es anderen Faktoren gibt, die das Studienergebnis beeinflussen. Das könnten beispielsweise Persönlichkeitseigenschaften wie Aufgeschlossenheit oder Neugier sein, die mit kognitiver Fitness in Verbindung stehen und uns dazu bringen, mehr technische Geräte zu nutzen.

Zusammenhang ist nicht eindeutig geklärt

Darüber hinaus konnten Benge und Scullin nicht eindeutig identifizieren, woher genau der Zusammenhang zwischen der Offenheit gegenüber Smartphones und Co. und der Gehirnleistung kommt. Sprich: Ist es tatsächlich so, dass die Nutzung der technischen Geräte dafür sorgt, dass wir geistig fitter werden – oder ist es eher andersherum: Sind geistig fitte Menschen vielleicht einfach eher bereit, sich mit moderner Technologie auseinanderzusetzen?

Allerdings deuten die Studienergebnisse auf ersteren Zusammenhang hin, denn die Personen, die sich viel mit Technik beschäftigen, büßten im Laufe der Zeit weniger an kognitiver Leistung ein.

Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass die Auseinandersetzung mit Computern geistig stimulierend ist – ähnlich wie Lesen oder das Lösen von Rätseln. Auch könnten digitale Anwendungen uns dabei unterstützen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten – etwa über Social Media –, was ebenfalls vor geistigem Abbau schützen kann.

Die positiven Seiten moderner Technologien für uns nutzen

Was auch immer konkret dahintersteckt, die in den Studien nachgewiesenen Effekte sind nicht wegzudiskutieren. Natürlich ist alles eine Frage des richtigen Maßes, aber anstatt moderne Technologien zu verteufeln und nur die negativen Seiten des Konsums digitaler Medien zu sehen, könnten wir uns auch darauf fokussieren, wobei Smartphone, Computer und Co. uns unterstützen. Denn vor allem in fortgeschrittenem Alter tun sie uns offenbar eher gut, als uns zu schaden.

Allerdings geben die Studienautoren zu bedenken, dass die Ergebnisse konkret für die heute älteren Generationen gelten. Wie sich die kognitive Leistung bei denjenigen entwickelt, die schon mit modernen Technologien aufwachsen und diese von klein auf genutzt haben, lässt sich nicht vorhersagen.

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