Tipps von Expertin Lisa Hassenzahl: Diese Erb-Fallen übersieht fast jede Familie, du nicht!

Drei Kinder erben das Haus der Eltern – und plötzlich droht der Familienfrieden zu zerbrechen. So geht es vielen Familien. Kein Wunder: Mehr als 60 Prozent der Deutschen schieben das Thema Erben und Vererben vor sich her. Wird nichts geregelt, entscheidet das Gesetz – und das endet oft im Streit. 

Gesetzliche Erbfolge: Wenn der Staat entscheidet

Was in Deutschland festgelegt ist: Ohne Testament greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. Wer dann wie viel bekommt, bestimmt das Gesetz – nicht deine persönliche Situation. Gerade bei Patchwork-Konstellationen oder unverheirateten Paaren führt das schnell zu Problemen. Und: Entsteht eine Erbengemeinschaft, sind Konflikte oft vorprogrammiert. 

Lisa Hassenzahl, unabhängige Finanzexpertin der BRIGITTE Academy, rät: Ein Testament oder ein Erbvertrag schafft Klarheit – und bewahrt Familien und Angehörige oft vor unnötigem Streit. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig und ohne Stress damit auseinanderzusetzen – und zwar mit klarem Plan. Dabei unterstützt Lisa Hassenzahl und erklärt, worauf es ankommt und was gerade Frauen in Sachen unbezahlte Care- & Pflege-Arbeit beim Erbe beachten sollten.

Schenken zu Lebzeiten: Chancen und Risiken

Außerdem wichtig zu wissen: Wer frühzeitig schenkt, kann steuerliche Freibeträge alle zehn Jahre erneut nutzen und so Vermögen gezielt weitergeben. Doch Vorsicht: Schenkungen müssen immer zur eigenen finanziellen Situation passen. Wer beispielsweise eine Immobilie verschenkt, kann sich durch ein Nießbrauchrecht zwar weiterhin Einnahmen sichern – sollte aber genau prüfen, ob die eigene Altersvorsorge dadurch nicht gefährdet wird.

Freibeträge und Steuerklassen: Wie du steuerlich profitieren kannst

Außerdem wichtig zu wissen: Beim Erben und Verschenken spielen Steuern eine große Rolle – und die Unterschiede sind enorm. Entscheidend sind dabei die sogenannten Freibeträge: Sie legen fest, bis zu welcher Summe eine Erbschaft oder Schenkung steuerfrei bleibt. Nur der Teil, der über diesem Freibetrag liegt, wird vom Finanzamt besteuert. Das eröffnet laut Finanzexpertin Lisa Hassenzahl wichtige Gestaltungsspielräume: Freibeträge können alle zehn Jahre erneut genutzt werden. Wer Vermögen also schrittweise – zum Beispiel durch wiederholte Schenkungen – überträgt, kann Steuerlast clever reduzieren. Die wichtigsten Freibeträge im Überblick:

  • Ehepartner:innen: 500.000 Euro plus Versorgungsfreibetrag bis zu 256.000 Euro
  • Kinder (auch Stiefkinder): 400.000 € pro Elternteil
  • Enkelkinder: 200.000 € (bei verstorbenem Elternteil bis zu 400.000 € möglich)
  • Geschwister, Nichten/Neffen, Freund:innen: 20.000 €

Heißt: Wer frühzeitig plant und Freibeträge gezielt ausschöpft, kann erhebliche Steuerlasten vermeiden und dafür sorgen, dass mehr vom Erbe tatsächlich bei den Liebsten ankommt.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Was sie dir bringen

Nachfolgeplanung heißt nach Lisa Hassenzahl auch, für den Ernstfall vorzusorgen. Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmst du, wer deine Angelegenheiten regeln darf. Eine Patientenverfügung sorgt dafür, dass medizinische Entscheidungen in deinem Sinne getroffen werden. So schützt du nicht nur dein Vermögen, sondern auch dich selbst.

Klar ist: Über das Thema Erben und Vererben zu sprechen, fällt den meisten Menschen schwer. Diese 8 Tipps, um mit den eigenen Eltern über Erbe und Testament ins Gespräch zu kommen, helfen dir dabei, das Thema anzusprechen und zu enttabuisieren. Wer heute die richtigen Schritte geht, kann morgen Streit in der Familie und mit Angehörigen verhindern.

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